von Crynn » Mi Aug 13, 2025 8:09 pm
Was in den Wäldern lebt
Das suchende Kind (skyjond bern)
In den Tiefen des Weisen Waldes könntest du auf ein suchendes Kind treffen.
Es handelt sich um einen übergroßen dunkelbraunen Pilz, der die Gestalt eines kleinen Kindes annehmen kann.
“Ich hatte das Gefühl, beobachtet zu werden. Etwas war hinter mir, zwischen den Bäumen versteckte es sich. Ich hörte einzelne Zweige knacken. Als ich stehen blieb, mich umsah, erschien es plötzlich, trat hinter einem Baumriesen hervor. Ich musste fast lachen, hatte ich doch gerade noch etwas Angst gehabt, mit wem ich es zu tun haben könnte. Nun war ich erleichtert, denn es handelte sich um ein kleines Kind, vielleicht drei oder vier Lenze alt. Das Kind trug ein schmutziges Leinenkleid, die schulterlangen Haare hingen zottelig herab, seine grünen Augen schauten mich furchtsam an.”
Niemand weiß genau, seit wann der Pilz namens skyjond bern die Fähigkeit, menschliche Gestalt anzunehmen, besitzt. Der Pilz ist eine Rarität, der Weise Wald ist riesig, so wirst du wohl niemals auf zwei suchende Kinder gleichzeitig treffen.
Bei den Begegnungen mit Menschen erscheinen sie zunächst ängstlich. Auf Ansprache reagieren sie zwar, jedoch nur durch Gestik und Mimik. Es scheint als könnten sie nicht sprechen, obwohl sie mit den Mündern Worte nachahmen können, doch kein Laut dringt über ihre Lippen.
Die Metamorphose des skyjond bern geschieht in mehreren Schritten. Zunächst erscheinen grüne Augen in seinem Thallus, dann beginnen Bewegungen, er schwankt hin und her, kauert sich zusammen, Arme beginnen aus ihm herauszuwachsen. Das alles erscheint ihm Anstrengung abzuverlangen, er wechselt mehrmals seine Farbabstufungen und verliert Wasser, fast als würde er schwitzen. Manchmal taucht schon früh ein Bein auf, um sich dann wieder in den Thallus zurückzuziehen.
Ist die Metamorphose abgeschlossen, benötigt der Pilz eine Weile um sich auszuruhen. Das kleine Kind liegt dann zusammengekauert auf dem Waldboden, es reagiert weder auf Ansprache noch auf Berührung. Versuche, es zu bewegen oder gar hochzuheben scheitern, fast so, als sei es mit dem Boden durch kräftige Wurzeln verbunden. Erst nach Stunden kann es sich strecken, langsam aufstehen. Seine Bewegungen sind zunächst unsicher, als müsse es jedes Mal aufs Neue erlernen, wie dieser menschenähnliche Körper zu steuern sei.
Manche Naturforscherinnen in Sandramoris bezeichnen skyjond berns Metamorphose als eine gelungene Strategie. Einem kleinen Kind etwas anzutun birgt eine große Hemmschwelle. Zudem existieren Überlieferungen, dass ein suchendes Kind bei einem Angriff durchaus über effektive Mittel der Verteidigung verfügt. Aus seinem Mund schießen dann winzig kleine Pilzsporen, die in den Körper des Angreifenden eindringen. Dies kann verschiedene Reaktionen hervorrufen, die das suchende Kind anscheinend bewusst zu steuern in der Lage ist. Das kann von einer lähmenden, sedierenden Wirkung bis hin zum sofortigen Atemstillstand und dem daraus erfolgenden Tod reichen.
Im dunklen Buch des Weisen Waldes wird eine Szene beschrieben, von der nicht einmal die Weisen Frauen wissen, ob sie sich so zugetragen hat oder ob es sich um reine Fantasie handelt:
“In den alten Zeiten führte ein mächtiger Zauberer alle suchenden Kinder des Weisen Waldes, angelockt durch ein magisches Flötenspiel, in einen Kerker, den er für diese Zwecke zuvor errichten lies. So groß war seine Neugier auf ihre Fähigkeiten, studieren wollte er sie, dass er jedwede Zurückhaltung verlor und sich in seinen Experimenten, die er an ihnen vollzog, versündigte. Die Kinder schienen mit jedem Tag kränklicher zu werden, jede Stunde, die sie in dem düsteren Raum verbrachten, raubte ihnen Lebenskraft. Ihre Münder weit aufgerissen, wenn er spitze Gegenstände in ihre Körper bohrte, sie mit magischen Flüssigkeiten übergoss. Es waren stille Schreie, ihre Augen panisch, ihre Hände in Abwehrhaltung, sobald er sich mit seinem großen schwarzen Umhang, in dem er stets neue Gerätschaften verbarg, ihrem Gefängnis näherte. Nach Wochen der Qual verwandelten sich die Kinder zunächst in ihre Ursprungsgestalt, den Pilz, zurück. In der nächsten Nacht verflüssigten sie sich, sie krochen über den Boden auf die Gitterstäbe zu, durch sie hindurch und jede Lebensform, die sich ihnen in den Weg stellte, wurde in Windeseile von ihnen durchdrungen, so dass sie sich ebenfalls in eine dickflüssige Masse verwandelte und in ihnen aufging. Der Zauberer schrie, als sie seine Füße erreichten, er versuchte seine Magie einzusetzen, um ihre Flucht zu verhindern, doch dafür war es längst zu spät. Auch er wurde zu einem Teil von ihnen.”
Einige Weise Frauen hängen der Theorie nach, skyjond bern hätte erst nach der Begegnung mit dem Zauberer begonnen, seine ausgefeilten Verteidigungsfähigkeiten zu entwickeln. Sie denken, dass durch die Verschmelzung mit dem Zauberer seine magischen Fähigkeiten in die Pilze übergegangen sind.
Die suchenden Kinder scheinen das Verhalten der Menschen nachzuahmen, vor allen wenn sie auf sie treffen. Es existieren Berichte, wonach suchende Kinder Menschen im Weisen Wald in die Irre geführt haben. In anderen wird erzählt, dass sie ihr Gegenüber intensiv beobachten, fast so, als sei es ein Objekt, dass sie studieren wollten. Bis heute ist nicht klar, was ihre Absichten sind. Deshalb ist Vorsicht geboten, solltest du im Weisen Wald das Gefühl haben, beobachtet zu werden oder gar den Schatten eines kleinen Kindes zwischen den Bäumen erspähen.
Was in den Wäldern lebt
Das suchende Kind (skyjond bern)
In den Tiefen des Weisen Waldes könntest du auf ein suchendes Kind treffen.
Es handelt sich um einen übergroßen dunkelbraunen Pilz, der die Gestalt eines kleinen Kindes annehmen kann.
“Ich hatte das Gefühl, beobachtet zu werden. Etwas war hinter mir, zwischen den Bäumen versteckte es sich. Ich hörte einzelne Zweige knacken. Als ich stehen blieb, mich umsah, erschien es plötzlich, trat hinter einem Baumriesen hervor. Ich musste fast lachen, hatte ich doch gerade noch etwas Angst gehabt, mit wem ich es zu tun haben könnte. Nun war ich erleichtert, denn es handelte sich um ein kleines Kind, vielleicht drei oder vier Lenze alt. Das Kind trug ein schmutziges Leinenkleid, die schulterlangen Haare hingen zottelig herab, seine grünen Augen schauten mich furchtsam an.”
Niemand weiß genau, seit wann der Pilz namens skyjond bern die Fähigkeit, menschliche Gestalt anzunehmen, besitzt. Der Pilz ist eine Rarität, der Weise Wald ist riesig, so wirst du wohl niemals auf zwei suchende Kinder gleichzeitig treffen.
Bei den Begegnungen mit Menschen erscheinen sie zunächst ängstlich. Auf Ansprache reagieren sie zwar, jedoch nur durch Gestik und Mimik. Es scheint als könnten sie nicht sprechen, obwohl sie mit den Mündern Worte nachahmen können, doch kein Laut dringt über ihre Lippen.
Die Metamorphose des skyjond bern geschieht in mehreren Schritten. Zunächst erscheinen grüne Augen in seinem Thallus, dann beginnen Bewegungen, er schwankt hin und her, kauert sich zusammen, Arme beginnen aus ihm herauszuwachsen. Das alles erscheint ihm Anstrengung abzuverlangen, er wechselt mehrmals seine Farbabstufungen und verliert Wasser, fast als würde er schwitzen. Manchmal taucht schon früh ein Bein auf, um sich dann wieder in den Thallus zurückzuziehen.
Ist die Metamorphose abgeschlossen, benötigt der Pilz eine Weile um sich auszuruhen. Das kleine Kind liegt dann zusammengekauert auf dem Waldboden, es reagiert weder auf Ansprache noch auf Berührung. Versuche, es zu bewegen oder gar hochzuheben scheitern, fast so, als sei es mit dem Boden durch kräftige Wurzeln verbunden. Erst nach Stunden kann es sich strecken, langsam aufstehen. Seine Bewegungen sind zunächst unsicher, als müsse es jedes Mal aufs Neue erlernen, wie dieser menschenähnliche Körper zu steuern sei.
Manche Naturforscherinnen in Sandramoris bezeichnen skyjond berns Metamorphose als eine gelungene Strategie. Einem kleinen Kind etwas anzutun birgt eine große Hemmschwelle. Zudem existieren Überlieferungen, dass ein suchendes Kind bei einem Angriff durchaus über effektive Mittel der Verteidigung verfügt. Aus seinem Mund schießen dann winzig kleine Pilzsporen, die in den Körper des Angreifenden eindringen. Dies kann verschiedene Reaktionen hervorrufen, die das suchende Kind anscheinend bewusst zu steuern in der Lage ist. Das kann von einer lähmenden, sedierenden Wirkung bis hin zum sofortigen Atemstillstand und dem daraus erfolgenden Tod reichen.
Im dunklen Buch des Weisen Waldes wird eine Szene beschrieben, von der nicht einmal die Weisen Frauen wissen, ob sie sich so zugetragen hat oder ob es sich um reine Fantasie handelt:
“In den alten Zeiten führte ein mächtiger Zauberer alle suchenden Kinder des Weisen Waldes, angelockt durch ein magisches Flötenspiel, in einen Kerker, den er für diese Zwecke zuvor errichten lies. So groß war seine Neugier auf ihre Fähigkeiten, studieren wollte er sie, dass er jedwede Zurückhaltung verlor und sich in seinen Experimenten, die er an ihnen vollzog, versündigte. Die Kinder schienen mit jedem Tag kränklicher zu werden, jede Stunde, die sie in dem düsteren Raum verbrachten, raubte ihnen Lebenskraft. Ihre Münder weit aufgerissen, wenn er spitze Gegenstände in ihre Körper bohrte, sie mit magischen Flüssigkeiten übergoss. Es waren stille Schreie, ihre Augen panisch, ihre Hände in Abwehrhaltung, sobald er sich mit seinem großen schwarzen Umhang, in dem er stets neue Gerätschaften verbarg, ihrem Gefängnis näherte. Nach Wochen der Qual verwandelten sich die Kinder zunächst in ihre Ursprungsgestalt, den Pilz, zurück. In der nächsten Nacht verflüssigten sie sich, sie krochen über den Boden auf die Gitterstäbe zu, durch sie hindurch und jede Lebensform, die sich ihnen in den Weg stellte, wurde in Windeseile von ihnen durchdrungen, so dass sie sich ebenfalls in eine dickflüssige Masse verwandelte und in ihnen aufging. Der Zauberer schrie, als sie seine Füße erreichten, er versuchte seine Magie einzusetzen, um ihre Flucht zu verhindern, doch dafür war es längst zu spät. Auch er wurde zu einem Teil von ihnen.”
Einige Weise Frauen hängen der Theorie nach, skyjond bern hätte erst nach der Begegnung mit dem Zauberer begonnen, seine ausgefeilten Verteidigungsfähigkeiten zu entwickeln. Sie denken, dass durch die Verschmelzung mit dem Zauberer seine magischen Fähigkeiten in die Pilze übergegangen sind.
Die suchenden Kinder scheinen das Verhalten der Menschen nachzuahmen, vor allen wenn sie auf sie treffen. Es existieren Berichte, wonach suchende Kinder Menschen im Weisen Wald in die Irre geführt haben. In anderen wird erzählt, dass sie ihr Gegenüber intensiv beobachten, fast so, als sei es ein Objekt, dass sie studieren wollten. Bis heute ist nicht klar, was ihre Absichten sind. Deshalb ist Vorsicht geboten, solltest du im Weisen Wald das Gefühl haben, beobachtet zu werden oder gar den Schatten eines kleinen Kindes zwischen den Bäumen erspähen.