Die Bucht - Frau fan'e wylde Wetter

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Die Bucht - Frau fan'e wylde Wetter

von Crynn » Sa Jul 19, 2025 7:14 pm

Eine Geschichte aus Sandramoris
Die Bucht namens Frau fan´e wylde Wetter

Sandramoris verfügt über eine langgezogene Bucht, die tief ins Landesinnere reicht. Sie mündet in der Weiten See, ihr Zugang ist streng bewacht.

Ihr Name geht zurück auf die Frau des wilden Wassers, eine Sagengestalt der Amazonen, die einst die Feinde der Frauen schon bei ihrer Überquerung der Weiten See zu Fall gebracht haben soll.
Alte Schriftrollen beschreiben ihre Gestalt als fluide, mal offenbarte sie sich den Betrachtenden als eine meterhohe Frauengestalt aus reinem Meerwasser, dann wieder erschien sie als Nebel, der die Sicht behinderte und einem sogar das Augenlicht durch ein stark ätzendes Gas nehmen konnte. Laut der Aufzeichnungen konnte sie in Form eines grellen Sonnenballs erscheinen, der auf, den Frauen feindlich gesinnten, Schiffen ein Flammeninferno anrichtete und die von Bord springende Mannschaft blendete. Sie war auch in der Lage eine menschliche Gestalt anzunehmen, eine große Frau mit langen lockigem dunklen Haar.

Die Frau des Wilden Wassers erschien oft in Begleitung von Tieren. Einige Geschichten erzählen, dass sie selbst in der Gestalt einer riesigen Möwe über die Weite See zu fliegen vermochte, um Ausschau nach Schiffen zu halten. Verborgen wurde ihr Flug dabei von einer, ihr getreuen magischen Wolke, aus den Händen der Wolkenweberinnen.

Es scheint eine Verbindung zwischen den Wolkenweberinnen und der Frau des Wilden Wassers zu geben. In den Geschichten heißt es, die Frau des Wilden Wassers hätte einst unter Wasser einen Zugang zum Höhlensystem der Wolkenweberinnen gefunden und Kontakt geknüpft.
Zudem haben die Wolkenweberinnen vor undenkbar langer Zeit eine steinerne Statue von der Frau des Wilden Wassers hergestellt, kunstvoll verziert mit Dutzenden Meerestieren und Tieren der Lüfte um ihren Körper versammelt.
Die Statue umschlingt mit ihren Armen ihre Geliebte Fenna, einen weiblichen Octopus.
Am Fuße der Statue ist eine steinerne Tafel mit einer Inschrift angebracht. Darauf steht: „De feriening fan’e frou fan it wylde wetter en it wezen mei de tuzen earms Fenna“ (Die Vereinigung der Frau des Wilden Wassers und des Wesens mit den tausend Armen Fenna)

Fenna wird beschrieben als froulik wezen mei tuzen earms. Sie hatte tausend Arme, mit denen sie der Frau des Wilden Wassers half, die Feinde auf dem Meer zu vernichten. Gemeinsam seien sie in der Weiten See unterwegs gewesen.
Eine Liebesgeschichte, die ein tragisches Ende nahm, als die Frau des Wilden Wassers eines Tages verschwand (merkwürdigerweise genau in dem Moment als ihre Statue in der Bucht errichtet wurde).
Fenna suchte sie überall, lange Jahre war sie unterwegs in der Weiten See, fragte nach ihr, doch nirgends fand sie ihre Geliebte. Als Fenna zur Bucht zurückkehrte war sie gebrochen, sie hatte allen Lebenswillen verloren.

Die an der Bucht wohnenden Frauen in Sandramoris verehren die Frau des Wilden Wassers und Fenna wie Göttinen.
In ihrer beiden Namen werden täglich am Hausaltar kleine Opfer (u.a. in Form von Heilkräutern, die verbrannt werden) gebracht. Einmal im Jahr ist die Bucht übersät von Blumenkränzen, zu hunderten und in aller Farbenpracht treiben sie auf dem Wasser.

Es wird sich erzählt, dass Fenna, die Geliebte der Frau fan’e wylde Wetter am Grunde der Bucht regungslos liegt und auf sie wartet. Wenn sie von dort unten die Blumenkränze entdeckt, wird sie wissen, dass ihre Liebe nicht umsonst war, dass ihrer beider gedacht wird. Sie wird die Hoffnung nicht verlieren. Die Hoffnung, dass ihre Geliebte zurückkehrt, auf dass sie beide wieder vereint sind.

Am Tag, an dem die Blumenkränze ins Wasser gelassen werden, stehen die Frauen der Bucht im Morgengrauen auf. Ihre langen Haare sind dann mit bunten Bändern geschmückt und teils zu vielen Zöpfen geflochten, die an Fennas tausend Arme erinnern sollen.
In Scharen strömen sie zum Wasser, um ihre Blumenkränze darauf zu betten. Sie stimmen Lieder an, die der tiefen Liebe der beiden gedenken, den Schmerz der zurückgebliebenen Fenna ausdrücken. Sollte ein Blumenkranz einmal untergehen, sind sie sich gewiss, dass Fenna ihnen ein Zeichen geschickt, mit einem ihrer langen Arme den Kranz zu sich hinuntergezogen hat.

Kleine Mädchen, die nachts bei geöffnetem Fenster in der Nähe der Bucht schlafen, erzählen in der darauffolgenden Nacht manchmal von Träumen über Fenna und der Frau des Wilden Wassers. Es kann passieren, dass sie plötzlich wach werden, weil sie ein lautes durchdringendes Weinen vernommen haben. Das Wasser in der Bucht ist dann, wenn sie aus dem Fenster auf es herabschauen, in Aufruhr.
Es scheint, als könne Fenna nur in dieser Nacht und den vorhergehenden Tag aus ihrer Starre erwachen.

Omdatso myn leafde bist, Da du meine Liebste bist,
liz ik myn hert op dyn boarst, bette ich mein Herz an deine Brust,
tutsje ik dyn sletten eagen, küsse ich deine geschlossenen Augen,
omearmje ik dy mei myn tuzen earms. umfange ich dich mit meinen tausend Armen.

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