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Die Traumritter und Burg Sternenfall
Verfasst: Di Dez 23, 2025 6:47 pm
von Merhan
Ich beginne hier ein neues Thema zur Kultur der Traumritter. Wenn ihr das eher am Brett Weltkultur oder anderswo seht gerne verschieben, ich kann da nicht neu beginnen.
Re: Die Traumritter und Burg Sternenfall
Verfasst: Di Dez 23, 2025 6:48 pm
von Merhan
Das Heiligtum des Seeker
im Kreise der 21 Heiligtümer unter dem Lichtdom der Burg Sternenfall in Iridistra
Nyke von Iridistra, im Drachenmond im Jahre des Altars 425 n.P.
Wie von Hoheritterin Sunrise von Sakilia vorgeschlagen und begonnen und wie von Ragall von Silur verwirklicht stehen rings um den Lichtdom der Traumritterburg Sternenfall 21 Heiligtümer der Götter des Pantheons. Deren heilige Zahl 21 repräsentiert Vielfalt und Vollkommenheit. Die Heiligtümer sind von der Halle durch Portale zugänglich, die monumental und repräsentativ sein können oder auch klein und bescheiden. Jedes Portal liegt zentral in einer Apsis, in deren Mitte ein Altar, eine Stele oder ein Standbild die Gegenwart des Gottes anzeigt.
Als Symbol des Seeker bestimmte seine Priesterin Kath of Yorck eine schmale, dreiseitige Pyramide, menschenhoch, aus allerfeinstem weißen Marmor, die durch ihre Farbe die Suche nach dem Licht der Weisheit versinnbildlicht und mit ihrer Dreiheit auf die Heilige Zahl des Gottes hinweist. Sie ist kein Altar, auf ihrer Spitze lassen sich keine Opfer darbringen. Weisheit lässt sich nur durch eigenes Mühen, nicht durch Gaben gewinnen.
Die Nische Seekers selber ist mit schwarzem Samt drapiert, der seine Pyramide umso strahlender leuchten lässt. Um die Räume des Heiligtumes zu erreichen muss ein Besucher diesen Vorhang zur Seite ziehen, ein Tun, das in anderen Religionen als Frevel ausgelegt werden mag, hier jedoch, gerade von Fremden, die Bereitschaft fordert mutig zu sein, unkonventionell zu handeln und das Vordergründige aus dem Weg zu schaffen um zum Kern der Dinge zu gelangen.
Verborgen hinter dem Stoff liegt das Portal zum Heiligtum. Es ist niedrig, gerade vier Fuß hoch und schmal und zwingt den Besucher sich zu beugen, gar in die Knie zu gehen. Stolz hindert Weisheit. Ohne dass es zunächst die Absicht der Kath of Yorck gewesen ist, doch zu ihrer besonderen Freude später zog der enge Durchgang Kinder an. Ihnen offensichtlich musste hinter dem kinderkleinen Eingang ja ein Kindertempel liegen. Sie sind willkommen, lernen sie doch beim Spiel die Lehren Seekers kennen und unterbrechen mit ihrer Lebendigkeit die gelegentlich allzu statischen, ernsten und freudlosen Gespräche der Erwachsenen.
Kath of York trägt wie andere Personen auch den Titel Sucherin der Weisheit. Sie hat lange in den Philosophischen Gärten von Dunster in Athanesia gelernt und sich dort der Schule der Rationalisten angeschlossen. Rational und nüchtern wollte sie auch die Räume des Tempels einrichten, mit kahlen Wänden, um Ablenkungen auszuschließen und die Aufmerksamkeit ihrer Besucher auf das Wort zu richten. Allerdings erwiesen sich die nackten Räume als hallig, und hinderten das Gespräch von Priestern und Gläubigen. Jetzt zieren Sträucher und Pflanzen in Kübeln die Räume um Geräusche zu dämpfen. Zuletzt ist deswegen der Eindruck entstanden, weiß und grün seien die Farben Seekers, über die bisher keine Festlegung getroffen wurde.
Nach dem Willen der Kath of Yorck steht im Heiligtum Seekers die Verehrung der Weisheit des Gottes im Mittelpunkt, ein Aspekt, der in Sternenfall vor seiner Rolle als Patron der lichten Magier und seiner Bedeutung für die zaubernden Traumritter gelegentlich in den Hintergrund tritt.
Zentrales Ereignis im Heiligtum ist die Dreiheit aus Heiligem Gespräch, Heiligem Schweigen und Heiliger Gemeinschaft. Im Gespräche erläutern drei Sucher der Weisheit, Priester, Laien oder Gelehrte gegensätzliche Standpunkte und bemühen sich, sie gegeneinander abzuwägen und einen Konsens oder eine Entscheidung zwischen ihnen zu finden. Den drei Personen stehen erhabene Stühle parat. Zu ihren Füßen folgen auf Polstern Gläubige, Schüler oder Besucher dem Reden.
Dem Gespräche folgt das Heilige Schweigen. Bei einem einsamen Spaziergang abseits der Menschenmengen in Burg Sternenfall oder in der Abgeschiedenheit einer kahlen Kammer bedenken Zuhörer und Sprecher, jeder für sich und alleine die Worte des Gespräches.
Die Gruppe trifft sich anschließend erneut, zur Heiligen Gemeinschaft beim Mahle um das Gehörte zu bereden und eigene Gedanken beizutragen. Das Essen ist zugleich sättigend und schlicht, in der Regel warme Getreidefladen mit einer würzigen Creme aus vergorener Milch, mit rohem Gemüse und Kräutern.
Auch ich habe schon als Kind gerne das Heiligtum besucht. Zunächst weil ich dort spielte und es bei der Heiligen Gemeinschaft etwas zu essen gab. Auch wenn ich als Waisenmädchen nicht verhungerte stand im Waisenhaus doch irgendwie nie genug auf dem Tische. Erst später konnte ich dem Heiligen Gespräche folgen und begriff, den Sinn der Reflexion im Heiligen Schweigen. Eine der glücklichsten Momente meiner Jugend ist mein erster Beitrag im Heiligen Gespräche und wie ich als Heranwachsende von allen gehört und wichtig genommen wurde.