Taphanac - Von Einhörnern und Eichhörnchen - oder: Was mich an einem kleinen, unbedeutenden Waldreich so fasziniert
Verfasst: Di Aug 11, 2026 11:07 am
Von Einhörnern und Eichhörnchen - oder: Was mich an einem kleinen, unbedeutenden Waldreich so fasziniert
Vorwort zum Kulturarchiv Taphanac
Fast sieben Jahre ist cs inzwischen her, dass ich auf Anregung eines Kommilitonen ein kleines, überfülltes Büro im vierten Stock der Tübinger Neuphilologie betrat, dessen Türschild schlicht ‘Hilfskräfte Professor Fichte' lautete, hinter der sich jedoch das Tor zu einer neuen und buchstäblich fantastischen Welt befand: Myra. Eigentlich hatte ich ja nur bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des PeliCom-Verlags mitmachen wollen - aber wer WGW ein bißchen kennt, kann sich leicht vorstellen, warum ich besagtes Büro mit viel mehr Informationen über Welt der Waben, als über den Wettbewerb verließ. Ein weiteres Treffen reichte, und ich war stolzer Herrscher eines eigenen Reiches: Taphanac, Segment Corigani.
Nun ist es ja so, dass viele Langzeitspieler (und zu jenen wage ich mich mittlerweile auch ansatzweise zu zählen) früher oder später Reich und/oder Segment wechseln - sei es wegen Unstimmigkeiten mit dem SL, mangelnder noch offener Ziele und Aufgaben, oder auch nur um ‘mal wieder was anderes zu machen*. Wie kommt es, dass ich das nicht getan habe und auch nicht zu tun beabsichtige?
Mit Gwynn Hellmich hatte ich einen Spielleiter erwischt, dem Kultur wichtiger war als Heercszüge und Sondcrbefehle; da ich von letzterem eh ziemlich ‘unbeleckt' war, paßte mir das sehr gut. Ein Satz aus einem der zahlreichen Pizzatreffen (wohl das Einzige, was Thomas entfernungshalber nicht leisten kann) wurde mir zum Endziel: „In meinem Kopf ist ganz Lutin ausgestaltet; ich kann überall hin reisen und weiß genau, wie es dort aussieht.“ Von diesem Ziel bin ich auch heute noch weit entfernt - wenn auch in meinem Kopf schon mehr über Taphanac definiert
ist als auf Papier - und so ist ein Ende der Aufgaben nicht abzusehen. Spieltaktisch hingegen habe ich mehr oder weniger das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange erreicht: Ich bin nicht mehr permanent pleite, habe mit meinen Nachbarreichen einen großteils zufriedenstellenden Status Quo erzielt, die Unterhaltskosten für meine Heere sind hoch genug, um mich nicht als Arbeitsplatzvemichter dastehen zu lassen - was will ich mehr? Kaiser werden anstelle des Kaisers? Ähem, ich glaube nicht; Shawnasseh ist ohnehin kein Freund übermäßiger Verehrung.
Auch ist Taphanac nicht gerade dafür prädestiniert, eine große und bedeutende Rolle im myraweiten Geschehen zu spielen. WGW beschrieb cs seinerzeit, wenn ich mich recht erinnere, als ‘kulturell wie politisch noch sehr ausbaufähig’; Gwynn Hellmich hingegen eröffnete seinen ersten Brief mit den Worten: „Ich habe gehört, dass Du die schwierige und vielleicht auch undankbare Aufgabe übernommen hast, TA zu spielen.“ Recht hatten beide: außer dem Herrschemamen und ein paar Botschaften existierte fast nichts Schriftliches über Taphanac, ich konnte mich also weidlich austoben - im Rahmen der Grenzen, die mangelnde Einnahmen und abgeschiedene Lage steckten. So ergab es sich fast zwangsläufig, dass ich mich von Anfang an mehr auf Kultur als auf Spieltechnik und Strategie konzentrierte. Ein paar Gedichte hier, ein paar Bemerkungen zum Wert des Waldes dort, und schneller als gedacht nahm das Reich vor meinem inneren Auge Gestalt an. Ein Reich der Worte und des Waldes wurde es, in dem die Barden sich bald öfter zu Wort meldeten als der Herrscher, in dem ein Baum nur gefallt wird, wenn er tot ist, und das selbst Zardos lieber eine Botschaft baut, als sich dauernd gegen Mörderbienen verteidigen zu müssen. Solange es Einhörner zu suchen, Kruuks kennenzulernen, Bardenwettbewerbe zu bestreiten, Legenden auszutauschen und wandernde Heilerinnen mit Gedichten zu betören gibt, solange brauche ich kein zusätzliches Reichsgebiet, keine übermächtigen Zaubersprüche - und erst recht kein neues Reich. Was natürlich nicht heißen soll, dass ich diejenigen Spieler nicht verstehe oder gar verurteile, deren Ziele eher im strategischen Bereich liegen, oder keine Bewunderung übrighätte für geschickte Schachzüge, siegreiche Schlachten und erworbene Titel; schließlich lebt Myra vor allem von der Vielfalt derer, die es bevölkern - auf Spieler- , wie Charakterebene.Wenn auf einmal der einzige Konflikt auf Corigani eine Doping-Affäre bei der Segmentsmeisterschaft im Eichhömchenweitsprung wäre - nicht auszudenken! (Obwohl ein solcher Fall in Taphan unlängst für großen Aufruhr gesorgt... - nur’n Scherz!) Aber da das in absehbarer Zeit nicht zu befurchten steht, wird mir Taphanac wohl noch eine Weile erhalten bleiben, und irgendwann vielleicht genug Material für ein ‘Kulturarchiv Nr. T zusammengekommen sein.
Jetzt aber ist erst einmal das erste draußen; was mich sehr freut und wofür ich Thomas an dieser Stelle ganz herzlich danken möchte. Ich wünsche Euch allen ein paar unterhaltsame Stunden in Taphanac - möge die Straße eben und der Wind in Eurem Rücken sein.
Ailym pi umal - Liebe und Licht aus Taphanac an den Rest Myras!
Carsten Brombach
aka
Shawnasseh Yahankorlci Astaphanti
Maltyr Astaphanacti
Vorwort zum Kulturarchiv Taphanac
Fast sieben Jahre ist cs inzwischen her, dass ich auf Anregung eines Kommilitonen ein kleines, überfülltes Büro im vierten Stock der Tübinger Neuphilologie betrat, dessen Türschild schlicht ‘Hilfskräfte Professor Fichte' lautete, hinter der sich jedoch das Tor zu einer neuen und buchstäblich fantastischen Welt befand: Myra. Eigentlich hatte ich ja nur bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des PeliCom-Verlags mitmachen wollen - aber wer WGW ein bißchen kennt, kann sich leicht vorstellen, warum ich besagtes Büro mit viel mehr Informationen über Welt der Waben, als über den Wettbewerb verließ. Ein weiteres Treffen reichte, und ich war stolzer Herrscher eines eigenen Reiches: Taphanac, Segment Corigani.
Nun ist es ja so, dass viele Langzeitspieler (und zu jenen wage ich mich mittlerweile auch ansatzweise zu zählen) früher oder später Reich und/oder Segment wechseln - sei es wegen Unstimmigkeiten mit dem SL, mangelnder noch offener Ziele und Aufgaben, oder auch nur um ‘mal wieder was anderes zu machen*. Wie kommt es, dass ich das nicht getan habe und auch nicht zu tun beabsichtige?
Mit Gwynn Hellmich hatte ich einen Spielleiter erwischt, dem Kultur wichtiger war als Heercszüge und Sondcrbefehle; da ich von letzterem eh ziemlich ‘unbeleckt' war, paßte mir das sehr gut. Ein Satz aus einem der zahlreichen Pizzatreffen (wohl das Einzige, was Thomas entfernungshalber nicht leisten kann) wurde mir zum Endziel: „In meinem Kopf ist ganz Lutin ausgestaltet; ich kann überall hin reisen und weiß genau, wie es dort aussieht.“ Von diesem Ziel bin ich auch heute noch weit entfernt - wenn auch in meinem Kopf schon mehr über Taphanac definiert
ist als auf Papier - und so ist ein Ende der Aufgaben nicht abzusehen. Spieltaktisch hingegen habe ich mehr oder weniger das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange erreicht: Ich bin nicht mehr permanent pleite, habe mit meinen Nachbarreichen einen großteils zufriedenstellenden Status Quo erzielt, die Unterhaltskosten für meine Heere sind hoch genug, um mich nicht als Arbeitsplatzvemichter dastehen zu lassen - was will ich mehr? Kaiser werden anstelle des Kaisers? Ähem, ich glaube nicht; Shawnasseh ist ohnehin kein Freund übermäßiger Verehrung.
Auch ist Taphanac nicht gerade dafür prädestiniert, eine große und bedeutende Rolle im myraweiten Geschehen zu spielen. WGW beschrieb cs seinerzeit, wenn ich mich recht erinnere, als ‘kulturell wie politisch noch sehr ausbaufähig’; Gwynn Hellmich hingegen eröffnete seinen ersten Brief mit den Worten: „Ich habe gehört, dass Du die schwierige und vielleicht auch undankbare Aufgabe übernommen hast, TA zu spielen.“ Recht hatten beide: außer dem Herrschemamen und ein paar Botschaften existierte fast nichts Schriftliches über Taphanac, ich konnte mich also weidlich austoben - im Rahmen der Grenzen, die mangelnde Einnahmen und abgeschiedene Lage steckten. So ergab es sich fast zwangsläufig, dass ich mich von Anfang an mehr auf Kultur als auf Spieltechnik und Strategie konzentrierte. Ein paar Gedichte hier, ein paar Bemerkungen zum Wert des Waldes dort, und schneller als gedacht nahm das Reich vor meinem inneren Auge Gestalt an. Ein Reich der Worte und des Waldes wurde es, in dem die Barden sich bald öfter zu Wort meldeten als der Herrscher, in dem ein Baum nur gefallt wird, wenn er tot ist, und das selbst Zardos lieber eine Botschaft baut, als sich dauernd gegen Mörderbienen verteidigen zu müssen. Solange es Einhörner zu suchen, Kruuks kennenzulernen, Bardenwettbewerbe zu bestreiten, Legenden auszutauschen und wandernde Heilerinnen mit Gedichten zu betören gibt, solange brauche ich kein zusätzliches Reichsgebiet, keine übermächtigen Zaubersprüche - und erst recht kein neues Reich. Was natürlich nicht heißen soll, dass ich diejenigen Spieler nicht verstehe oder gar verurteile, deren Ziele eher im strategischen Bereich liegen, oder keine Bewunderung übrighätte für geschickte Schachzüge, siegreiche Schlachten und erworbene Titel; schließlich lebt Myra vor allem von der Vielfalt derer, die es bevölkern - auf Spieler- , wie Charakterebene.Wenn auf einmal der einzige Konflikt auf Corigani eine Doping-Affäre bei der Segmentsmeisterschaft im Eichhömchenweitsprung wäre - nicht auszudenken! (Obwohl ein solcher Fall in Taphan unlängst für großen Aufruhr gesorgt... - nur’n Scherz!) Aber da das in absehbarer Zeit nicht zu befurchten steht, wird mir Taphanac wohl noch eine Weile erhalten bleiben, und irgendwann vielleicht genug Material für ein ‘Kulturarchiv Nr. T zusammengekommen sein.
Jetzt aber ist erst einmal das erste draußen; was mich sehr freut und wofür ich Thomas an dieser Stelle ganz herzlich danken möchte. Ich wünsche Euch allen ein paar unterhaltsame Stunden in Taphanac - möge die Straße eben und der Wind in Eurem Rücken sein.
Ailym pi umal - Liebe und Licht aus Taphanac an den Rest Myras!
Carsten Brombach
aka
Shawnasseh Yahankorlci Astaphanti
Maltyr Astaphanacti