Die Debatte um die Spielregel von Myra

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Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von ZadF » So Mär 23, 2025 3:00 pm

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Zentral ist, dass die Programme auch auf künftigen Windowsausgaben laufen. Promy scheitert auch daran, dass es win98 braucht.
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Das kann Dir niemand garantieren, weil man einfach nicht weiß, wie lange Microsoft eine bestimmte Umgebung unterstützen wird (hier:herkömmliche exe-Dateien) . Das jetzige Programm läuft jedenfalls auf win98-win 11. Ob win12 es noch unterstützen wird? Möglich, doch nicht gewiß.

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"Himmelsrichtungen und Zeitrechnung? (und Einnahmen, Rüsttermine)" - Das die myrafiziert werden ist wichtig.
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Hier müssen wir unterschieden in spielinterne Nomenklatur und sytembedingte. Einiges schließt das andere aus ***. So macht z.B. die gesamte Gemarkenverwaltung nur dann Sinn, wenn dazu auch jede-Monat-Einnahmen-und-Rüstung verwendet wird, weil es vielfach miteinander verwoben ist. Klar, man könnte auf einen Teil des "Paketes" verzichten, würde dann aber auch auf einen guten Teil, vielleicht sogar den Großteil der Möglichkeiten verzichten. Der alte Einnahme-Rüstzyklus war übrigens noch eine Übernahme aus der (Brettspiel-)Argamaddon-Regel, ich habe den anfangs beibehalten, weil eine monats- und gemarkenweise Berechnung zu viel Arbeits- und Zeitaufwand bedeutet hätte.
Die spielinterne Nomenklatur hingegen ist irrelevant, denn, wie ich schon schrieb - ob ein Lichtmond nun AMonat oder Mond1 oder Blabla heißt, hat mit der eigentlichen Systemarchitektur nichts zu tun, das ist lediglich ein Token, der entsprechend übertragen wird.

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Ich halte einen Neuzuschnitt der Riesensegmente für denkbar, wie die Meinung der SLs ist könnte man erfragen.
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Die Größe von Segmenten ist ebenfalls eine Erbe der fernen Vergangenheit - damals war jedes neu eröffenete Segment größer als das vorherige. Einer der Gründe (neben der erhofften Popularität für die größte Segmentkarte) war, daß man viele mögliche Geländemerkmale in einer Karte unterbringen wollte, von der Eiswüste bis hin zur Wüste und pazifischen Inselwelten. Und auch wenn ich immer ein Verfechter von Kartengrößen der Art 10x8 oder 12x10 (in PF) gewesen bin, so war die Anfangszeit natürlich schon Wilder-Peristera-mäßig Zwar ist WdW an sich ein Spiel für sich, doch die vielfältigen Überschneidungen in der Mitspielerschaft trugen natürlich die Entwicklungen bei anderen Spielen auch dort hinein.
Fast jeden Kontinent der Erde bekäme man in eine Segmentkarte dieser Größen hinein - Nord-und Mittelamerika mit 12x7, Australien mit 6x5, Europa mit 8x6, Südamerika mit 8x9, allein Afrika und Asien überschritten diese Größe mit 14x9 und 8x12 (aber auch nur, weil vom Machairas der Komsomolez-Insel bis zur Südspitze von Sri Lanka gemessen). Und diese Größen waren damals sogar für Mitspielerzahlen von 20-30 pro Segment vorgesehen, bei geringeren Mitspielerzahlen müßte man eigentlich sogar noch weiter heruntergehen (auch kulturell gesehen, denn de facto sorgen ja nicht sehr wenige Riesenreiche, sondern eine Vielzahl kleiner Königreiche für eine möglichst abwechslungreiche Kulturentwicklung).
Aud diesem Grunde habe ich die Höhe von Segmenten auf 10 festgelegt und die Breite auf maximal 20. Dies allerdings mit der Besonderheit, daß alle Segmente eine Kugel darstellen und man sie also auf "normalem" Wege nicht verlassen könnte - was die Möglichkeit offenläßt, einzelne Heere an bestimmten Punkten x Monate zu anderen Segmenten segeln zu lassen, wo sie dann als reguläre Mitspieler dieses Segmentes auftauchen. Spieltechnisch würden dann nur die entsprechenden Daten an den neuen Segmentleiter geschickt und der alte hätte damit nichts mehr zu tun.

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*** Dies betrifft vorwiegend die folgenden Spielparameter:
Einnahmen (fest oder variabel), Feste Einnahmen sind das, was WdW zur Zeit nutzt - variable Einnahmen sind dagegen abhängig von Steuersatz, vom monatlichen Ertrag einer Gemark, die u.A. von Krankheiten, Plagen oder dem Entwicklungsstand (Forschung) abhängig sind. Aber auch Plünderungen oder Leben-aus-dem-Land von Heeren sind erst dann "nachhaltig" darstellbar, wenn sie Auswirkungen auf den Ertrag bzw. die Einwohner einer Gemark haben)
Milizen orientieren sich zwar grundsätzlich an der Einwohnerzahl, sind aber von aktuellen Ereignissen betroffen, namentlich Zu- und Abgängen, die am Jahresrhythmus einer Agrargesellschaft orientieren
Steuersätze (Gemark oder Königreich), gibt es bei WdW zur Zeit nicht; Steuersätze auf Makro- (Königreich) oder Mikroebene (Gemark) modifiziert mit Erträgen und aktuellen Einwohnerzahlen ergeben die tatsächlichen Steuereinnahmen - doch noch mehr: sie bestimmen auch darüber, ob sie Einwohnerzahl einer Gemark z.B. ansteigt oder fällt
Einwohnerzahlen (fest oder variabel), feste Einwohnerzahlen werden von WdW benutzt, variable Einwohnerzahlen ergeben sich z.B: aus der Höhe der Steuer oder der Art, wie eine Gemark zum Königreich hinzukommt und kann modifiziert werden durch Krankheiten, Plagen, Aufstände, etc., sowie eventuellen Kolonisationen aus ihr heraus

Wie man sieht, stehen alle diese Parameter miteinander in einer Wechselbeziehung. Es kann also nur ein gesamter Block übernommen werden, oder in anderen Worten: will man feste Einwohnerzahlen oder feste Einnahmen, dann fallen alle anderen genannten Dinge weg.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von Merhan » Fr Mär 21, 2025 6:11 pm

"... ob sich mit einem Auswertungsprogramm generell mehr Mitspieler gewinnen lassen ..." - Alles sehr wahr.
Allerdings haben wir durchaus Spieler gewonnen und dann wieder durch fehlende Auswertungen verloren. Das
Strategiespiel ist nun mal das Drittel des ganzen, neben Kultur und Rollenspiel, das wir aktuell nur rudimentär
anbieten.

"...was müssen wir tun, um potentiell neue Mitspieler, die mehr als nur ein paar Monate dabeibleiben werden,
anzusprechen?" - Weiter Leute ansprechen, mit Rollenspiel und Kultur in einer durch Strategiespiel dynamischen
Welt.

"...autonome Gemarkenverwaltungen angegeben, die vom Mitspieler verändert werden können..." - Mehr braucht es
sicher in diesem Feld nicht, eher weniger. Die meisten Spieler benutzen den Standardsteuersatz, einige ändern
ihn und veranstalten Volksfeste und achten auf die medizinische Versorgung.

"Himmelsrichtungen und Zeitrechnung? (und Einnahmen, Rüsttermine)" - Das die myrafiziert werden ist wichtig.

"KOmplzierter wird es, wenn es z.B. um die Maße von Segmenten geht..." - Hier müssen es wohl mindestens 12
Großfelder entlang der Rechteckseite mit Versatz (über die Spitzen versetzte Großfelder) und 13 entlang der
Rechteckseite ohne Versatz (mit den Seiten aneinanderliegende Großfelden) sein. Damit sind die größten
Segmente allerdings noch nicht möglich. Ich halte einen Neuzuschnitt der Riesensegmente für denkbar, wie die
Meinung der SLs ist könnte man erfragen.

"HInzu kommt, daß alle meine Programme nur für Windows ausgelegt sind" - Zentral ist, dass die Programme auch auf
künftigen Windowsausgaben laufen. Promy scheitert auch daran, dass es win98 braucht.

"Denkbar wäre es aber auch, z.B. ein (neues) Segment mit dem Auswertungsprogramm laufen zu lassen, und zwar ganz
praktisch, um zunächst einmal Erfahrungen damit zu sammeln und dann später weitere Überlegungen anzustellen." -
Bin da ganz bei Gwynn, eine Runde Prämyra.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von Gwynn » Fr Mär 14, 2025 12:53 am

Denkbar wäre es aber auch, z.B. ein (neues) Segment mit dem Auswertungsprogramm laufen zu lassen, und zwar ganz praktisch, um zunächst einmal Erfahrungen damit zu sammeln und dann später weitere Überlegungen anzustellen.
Bin ich absolut dafür.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von ZadF » Fr Mär 14, 2025 12:28 am

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Wie aufwändig Anpassungen sind und ob diese möglich sind kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise können Details mit wenig Aufwand weggelassen werden. Himmelsrichtungen und Zeitrechnung?
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Das kommt nun ganz darauf an, was da angepaßt werden soll. Gerde die Dinge, die Du nennst, verursachen den kleinsten Aufwand von allem, den ob nun ein MOnat Amond oder Bmond heißt, das ist der Programmlogik ziemlich egal. :-) Himmelsrichtungen bei Bewegungen anstelle von Gemarkenbezeichnungen sind dagegen sinnvoll, weil die dem Mitspieler abnehmen und sich die Fehlerquote sowohl beim Spielzug, wie auch bei der Eingabe desselben, verringert. Am Ende nennt die Auswertung eh' die Gemark, so daß man also z.B. einen Zugweg auch traditionell nachvollziehen kann.
Auch Block-Einnahmen (anstatt monatliche), Rüstmonate, Bezeichnungen von Rüstgütern etc. liegen da eher auf der einfachen Seite.

KOmplzierter wird es, wenn es z.B. um die Maße von Segmenten geht. Ich habe hier Segmente, die höher sind als 10 PF, außen vorgelassen und die Breite auf gerade noch sinnvolle 20PF beschränkt, das sind also 10*20*48=9600 Kleinfelder, ergibt bei einem Wasseranteil von 40% ungefähr 3840 Keinfelder, woraus sich bei einem Segment von 20 Königreichen eine durchschnittliche Reichsgröße von 192 Feldern ergibt, was ich für gut vertretbar und auswertbar halte.
Diese Maße zu ändern würde einen nicht genannten Aufwand verursachen, weil sich damit nicht nur die Spielbrett-Logik, sondern auch z.B. die Skalierungslogik für große Karten ändern müßte (statt z.B. 3 Karten müßte dann bei einem größeren Brett eine sntsprechend größere Anzahl von Ausdrucken gemacht werden - con den Verwaltungsprogrammen und dergleichen mal abgesehen, denn ich habe hier grundsätzlich eine BIldschirmgröße von 1920 bzw. 2560x1200 bzw. 1080 berücksichtigt. Eines hängt da am anderen und ich kann es vorher nur abschätzen, wieviel Aufwand eine Änderung ausmachen würde.
HInzu kommt, daß alle meine Programme nur für Windows ausgelegt sind - da braucht es zwar keinen hypermodernen xyz-Prozessor mit Windows 11 für ,sondern auch ein altes Win7-System reicht dafür aus (wobei natürlich das eine signifikant schneller bzw. langsamer als das andere ist, doch hier geht es eher um Minuten als um Stunden) , doch immerhin, Linux oder MacOS stehen da ganz außen vor, der Aufwand, dies zu ändern, wäre freilich gigantisch...

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Eine Anzahl Parameter pro Kleinfeld manuell einzugeben könnte möglich sein um einen Istzustand abzubilden statt mit alles auf Standard neu zu starten. Das ist sicher Aufwand, muss aber nur ein mal und zuerst nur für bespielte Reiche gemacht werden. Wie aufwendig unbespielte Reiche mit diesem Programm zu verwalten sind ist ebenfalls interessant zu erfahren.
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Ja, das ist grundsätzlich kein Problem und machbar, doch wenn ich bedenke, daß, sagen wir, 20, 30 oder deutlich mehr Stunden dafür aufgewendet werden müssen, dann bin ich mir nicht sicher, ob die dadurch eingesparte Zeit bei der Spielzugauswertung diesen Aufwand wirklich rechtfertigt (weshalb ich auf eine Alternative hingewiesen habe). Doch in der Theorie geht das, keine Frage. Wieviele Parameter pro GF erforderlich snd, hängt davon ab, wie Du schreibst, welcher Detailgrad bzw. welche Spieloptionen benötigt werden.
Das aber müßte eh' der Spielleiter selbst machen, wozu er von mir ein Handwerkszeug bekäme, doch ich kann versichern, daß ist schon eine gewisse Fleißarbeit. :-)

HIer kommt es darauf an, was ein "unbespieltes Königreich" ist. Wenn das eines ist, das festgefroren in der Zeit ist, dann wird das nicht berücksichtigt, wenn es eines ist, das Spielzüge macht, dann klappt das schon (ich verweise hier auch auf die "autonomen Gemarkenverwaltungen in Kombination mit "Dauerausgaben"). Ein gut aufgestelltes Königreich könnte da beliebig lange existieren, wird allerdings in allen Fällen der Spielregel unterliegen.


Denkbar wäre es aber auch, z.B. ein (neues) Segment mit dem Auswertungsprogramm laufen zu lassen, und zwar ganz praktisch, um zunächst einmal Erfahrungen damit zu sammeln und dann später weitere Überlegungen anzustellen.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von ZadF » Do Mär 13, 2025 11:38 pm

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Mehr Details bietet mehr Möglichkeiten für Mitspieler und kleine Reiche, mit weniger Detail lassen sich auch große Reiche noch von einzelnen Spielern verwalten.
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Auch dafür gibt es eine Lösung, die von mir schon einmal angesprochenen "autonomen Gemarkenverwaltungen".

Zunächst einen Ausschnitt aus einer Spielzugauswertung:
Bild Hier sind einige Regeln für autonome Gemarkenverwaltungen angegeben, die vom Mitspieler verändert werden können - im Einzelfall sogar überschrieben, wenn er denn detaillierter in die Königreichsgeschäfte eingreifen will. Will er das nicht, dann agieren die einzelnen Gemarken innerhalb des vorgegebenen Rahmens autonom, also selbst und ohne Befehl. Der Vorteil dieses Vorgehens ist klar: Es nimmt dem MItspieler Arbeit ab und stellt sicher, daß ein Königreich sich auch dann noch in Grundzügen selbst verwalten kann, wenn kein Spielzug abgegeben wird.
Ebenso klar ist der Nachteil: Mitspieler denken, daß das Königreich eher zufällig agieren wird und dies nicht im besten Sinne. Sie geben also trotz des höheren Aufwandes Befehle - die allerdings in den meisten Fällen dann schlechter funktionieren, als die Gemarken es selbst getan hätten. Grund dafür ist eine ziemlich elaborierte Logik, die hier im Programm steckt und die zumindest bessere Entscheidungen trifft, als ein durchschnittlicher Mitspieler.

So gesehen muß also mehr Detail nicht automatisch auch mehr Arbeit für den Mitspieler (oder Spielleiter) bedeuten ... doch wenn jemand lieber jeden Handschlag selbst tun will, dann kann es das gleichwohl auch machen.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von ZadF » Do Mär 13, 2025 11:36 pm

Merhan,

ob sich mit einem Auswertungsprogramm generell mehr Mitspieler gewinnen lassen, daran habe ich so meine Zweifel - die (potentiellen) Mitspieler heute sidn einfach andere, als die, die es früher waren. Das liegt zum einen an dem heute wesentlich zahlreicheren Freizeitmöglichkeiten (und damit meine ich nicht nur "draußen" verbrachte Freizeit) und zum anderen auch am durchweg geringeren Interesse für anspruchvolle Tätigkeiten (was für einige anscheinend heutzutage schon das Lesen eines umfangreichen Buches oder das Spielen eines langdauernden Spieles ist. Drittens schließlich gibt es die Konkurrenz der Computerspiele, die auch das stundenlange Spielen eines Spieles optisch und ereignisreich interessanter gestaltet, als ein Spiel, bei dem man eine gehörige Portion Phantasie aufwenden muß. Und wer in keine der bisher genannten Gruppen fällt, der ist womöglich verheiratet mit Familie und/oder hat einen fordernden Beruf - was es zwar auch früher gab, doch heute sind diese Dinge stärkere Kontraindikatoren für langdauernde Spiele, als früher.
Während es früher durch eine kleine Anzeige z.B. in einem Magazin für Fantasy- oder SF-Spiele zumindest Anfragen von Interessierten gab, von denen einige auch längere Zeit dabei blieben, sind heutzutage selbst Anzeigen in Spielezirkeln keine Garantie für auch nur eine Anfrage und erst recht nicht dafür, daß von denen, die sich dennoch melden, auch nur ein einziger länger als, sagen wir, ein Jahr dabei bleibt.
Noch mehr als früher die sogenannten "Konflikt-Simulationsspiele" (CoSim, Wargames) sind heute Briefspiele die letzten Frösche in einem trockengelegten Sumpf und wer da mitmacht, der muß sich den ernst gemeinten Fragen von Freunden und der Familie stellen "warum machts Du da mit". Das gab es zwar auch damals, und nicht etwa selten, doch irgendwie hatte die Jugend (was die Hauptzielgruppe von Spiele war und wahrscheinlich auch heute noch ist) damals noch den Wunsch, sich abzuheben - während sie heute eher das Bedürfnis hat, dies auf gar keinen Fall zu tun.
Uns seine nwir mal ehrlich - die Idee, sich bei einem Spiel für Jahr hinaus zu verpflichten (und sei es nur für sich selbst), ist wirklich abwegig, wenn ich Strategiespiele beliebiger Komplexität auch zu Hause spielen kann, bei denen ich nur Minuten auf den nächsten Spielzug warten muß. Selbst über die Möglichkeiten, Kontakte mit Mitspielern aus entfernten Städten zu erhalten, werden durch heutige Mittel und Möglichkeiten der Kommunikation zu eine Nullwert degradiert.

Selbst das Interesse von Schulkindern für Klassenkameraden, die mit Sechseckblättern mit bunten Symbolen hantieren, was damals DIE Zielgruppe für neuen MItspieler war, ist heute kaum noch vorhanden, weil die gemeinscaftllichen Medien dafür keinen Raum (keine Zeit) mehr lassen.

So, und nun ziehen wir alle die oben genannten Gruppen von einer potentiellen Mitspielerzahl ab ... was bleibt dann noch übrig? Genau, die Nerds, die Geeks, die Merkwürdigen, und von der Handvoll Leuten kann kein Spiel mehr florieren, wenn es sich überhaupt halten kann.
Zu denen gehören zwar auch die Rollenspieler, doch deren Interessen sind ein klein wenig anders gelagert, so wie sich Rollenspiele eben von Briefspielen unterscheiden. Genau das ist die Stärke von WdW, das in und mit einer bestehenden Kultur agieren kann, wenigstens dann, wenn und solange, wie sich Mitspieler, die eigentlich Rollenspiele gewohnt sind, darauf einlassen wollen.
Nur - dazu braucht man kein Auswertungsprogramm, sondern eher ein vernünftiges Textvoraussageprogramm und einen Spielleiter, der da die richtigen Stichworte gibt.

Früher sind die Spielsegmente von WdG, WdW und dergleichen zusammengebrochen, weil sie Spielleiter die Arbeit nicht leisten konnten - so haben wir es uns jedenfalls immer gesagt und so sah es nach außen auch aus. Doch die Wirklichkeit war eine andere, und die wurde von Spielleitern, die nur ein paar Spielzüge "durchhielten", überdeckt. Tatsächlich waren es nämlich die Mitspieler, die nicht lange durchhielten - und das hat sich leider auch heute nicht geändert. Der Aufwand Königreiche mitzubetreiben ist für einen Spielleiter wesentlich höher, als ein paar Spielzüge, auch per Hand, auszuwerten, wenn er, als Alternative, nicht gleich die Simulation durch künstlich aufoktroyierte Regeln in Frage stellt (verordnetes Nichtbetreten, verordnete Nichtangriffsmöglichkeiten, wobei ich hier noch nicht einmal auf die eigentlich notwendige Neutralität eines Spielleiters eingehen will.

Da hat man dann bessere Karten, wenn sich im Spiel neben den Strategieregeln eben auch Kulturregeln befinden (die allerdings auch ihre Grenzen haben).

Am Ende dteht die Frage: wenn schon nicht durch ein Auswertungsprogramm, was müssen wir tun, um potentiell neue Mitspieler, die mehr als nur ein paar Monate dabeibleiben werden, anzusprechen?

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von Merhan » Do Mär 13, 2025 10:02 pm

Zwischen Extremen - einem Strategiespiel ohne Kultur und einem literarischen Spiel ohne Strategie steht Myra meines Erachtens deutlich näher am literarischen denn am strategischen Extrem. Das heißt nun nicht, dass ich auf die Strategie verzichten möchte. Tatsächlich gab es in den letzten Jahren (anders, als ich vielleicht oben den Eindruck erweckte) die Eroberung von Teilen der Ebene der Wagenvölker durch Borgon- Dyl, die Einnahme von Caldun durch das Kaiserreich, die Kämpfe zwischen Pottuvil und Bakanasan bzw. Quadrophenia. Mit einem Auswertprogramm wäre sicher mehr gegangen, könnten mehr Spieler betreut und gewonnen werden und würde entsprechend mehr gehen. Ich halte das für einen sich selbstverstärkenden Effekt. Mehr Spieler bedeutet am Ende auch mehr Kultur.

Ich sehe in der Spielregel (hier Einnahmen, Bauen, Rüsten, Heereszüge) ein Werkzeug, um Spielrealität abzubilden. Ich vermute, das sehr detaillierte Bild, welches das Programm von ZadF liefert kann die Spielrealität ebenso abbilden wie ein groberes Bild, das etwa Promy auf bestehender Regel lieferte. Mir reichen aktuell wenige Details, vor zwei Jahrzehnten habe ich allerdings nach mehr Details gegiert. Mehr Details bietet mehr Möglichkeiten für Mitspieler und kleine Reiche, mit weniger Detail lassen sich auch große Reiche noch von einzelnen Spielern verwalten.

Einen Neustart möchte ich für Myra ausschließen. Myra mit dem Programm von ZadF, so wie es hier vorgestellt wird zu bespielen halte ich für denkbar. Wie aufwändig Anpassungen sind und ob diese möglich sind kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise können Details mit wenig Aufwand weggelassen werden. Himmelsrichtungen und Zeitrechnung? Nach Machairas im November ist für einige eine absolute Unmöglichkeit. Eine Anzahl Parameter pro Kleinfeld manuell einzugeben könnte möglich sein um einen Istzustand abzubilden statt mit alles auf Standard neu zu starten. Das ist sicher Aufwand, muss aber nur ein mal und zuerst nur für bespielte Reiche gemacht werden. Wie aufwendig unbespielte Reiche mit diesem Programm zu verwalten sind ist ebenfalls interessant zu erfahren. Generell vermute ich, dass mehr Details auch mehr Verwaltungsaufwand heißt.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von ZadF » Di Mär 11, 2025 10:49 pm

Nun, wie ich in meinem offenbar verschwundenen Beitrag geschrieben hatte: Meine Teilnahme an diesem Thema geschieht nicht, um ein Auswertungsprogramm zu vermarkten, sondern um meine Gedanken zur Spielregel niederzulegen. :-) Ob daraus dann z.B. ein Prämyra-Segment incl. Auswertungsprogramm entspringen könnte, ist eine Frage, die man danach diskutieren könnte.

Das jetzige WdG-Programm beinhaltet übrigens auch die Auswertung für die "kleine" WdG-Version ("Classic), die sich in erster Linie auf Heeresbewegungen und -aktionen beschränkt, was ja in die Richtung von Prämyra gehen würde - doch um zu sehen, ob es dafür wirklich nützlich ist, und/oder ich, so wie damals bei Basiswelt, eine entsprechende Spielregel verfasse, würde ich zunächst gerne noch etwas mehr Input zum Thema lesen.

Die alles entscheidende Frage ist letztendlich, sei es Kulturwelt mit Geschichte oder geschichtslose Welt, ob Anstrengungen in irgendeine dieser Richtungen überhaupt noch nachgefragt werden, denn wo es nur kaum oder keine Mitspieler mehr gibt, da ist auch die beste Spielregel, und das beste Auswertungsprogramm, nicht mehr als eine vergebliche Liebesmüh'.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von Gwynn » Di Mär 11, 2025 8:24 pm

ZadF hat geschrieben: Fr Mär 07, 2025 2:43 am >>>
Generell folgt auf Myra nach einer militärgeprägter Phase hektischer Ausbreitung und einigen resultierenden Kriegen eine andauernde Zeit des weitgehenden Stillstandes, in der kaum noch Heeresbewegungen stattfinden. Dafür tritt Diplomatie und Kultur in den Vordergrund. Damit wird ein Problem sichtbar: Die Vernichtung von Kultur durch Strategie. Dafür haben wir noch keine Lösung gefunden, das wird aber wieder akut, wenn mit einem Auswertprogramm Strategiespiel wieder möglich wird.
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Dazu kann ich nichts beitragen, denn ich finden Kultur zu Spielwecken zwar bereichernd, doch es ist eben nicht etwas für jedermann. Dasselbe gilt natürlich auch für das Strategiespiel (obwohl ich das eher als "Simulation" bezeichnen würde, weil es eben nicht etwas ist, das sich nur um Heere dreht.
Zudem ist "Kultur" ja auch eine dynamische Angelegenheit - lediglich beim Blick in die Vergangenheit wird sie statisch und heißt dann "Geschichte". :-) Beim Spiel sind die Zeiträume m.E. zu kurz, um da eine lebendige, aktuelle, Kultur zu entwickeln, die dann auch noch kohärent ist, deshalb habe ich mich bei WdG auf spielbegleitende Entwicklungs/Kulturschilderungen beschränkt
Die Zeiträume sind bei Myra und WdW ja doch eher in Jahren und Jahrzehnten. Spiele gibt es komplexere, interessantere, vielfältigere - und solche mit tollen schicken Apps, mit denen ich auch nicht konkurrieren möchte.

Was Myra ausmacht und besonders macht ist dass es inzwischen über 44 Jahre gelebte Geschichte gibt - dass also auf Karcanons Subkontinent Kezunsea heute noch die Ruinen eines grossen Zoos gibt, den der von dir geführte WdW-Herrscher einst errichtet hat, dass Genealogien wichtiger Charaktere sich durch Jahrzehnte und weit verstreute Länder ziehen... und dass eben anders als "typischerweise" bei uns ein Segment kein austauschbares Spielfeld ist, das einfach umgeworfen und als Karte ganz neu gestaltet wird, sondern ein Kontinent, der seine Position auf der Welt nicht verändert und dessen Geschichte fortgeschrieben wird auch nach einer zeitlich grösseren Pause des PBMs dort.

"Lieber einen neuen Kontinent der zur Spieltechnik passt" ist darum kein für uns wirklich interessanter Ansatz, weil zumindest mich das Ergebnis dann nicht besonders interessieren würde. Oder nicht mehr als ein Praemyra-Segment. Mehr Praemyra-Segmente zu haben könnte sinnvoll sein zur Neuspielergewinnung, aber am Ende des Tages sollen die bestehenden Kontinente auf Myra aktiv simuliert werden, nicht neue austauschbare Spielfelder ausserhalb. Paemyra-Segmente wären nur Mittel zum Zweck, nicht unser Ziel.

Re: Die Debatte um die Spielregel von Myra

von ZadF » Mo Mär 10, 2025 1:04 am

Zum Abschluß noch Angaben zum Zeitaufwand der Spielzugauswertung...

Ein Spielzug wird per Hand ins Programm eingegeben. Dies dauert je nach Größe eines Königreiches und Erfahrung des Spielleiters bis zu 5 Minuten/Mitspieler. Danach folgt die Auswertung, die, je nach Größe der Königreiche und Segment-Spieloptionen, bis zu 5 Minuten dauert. Der Ausdruck/pdf-Ausgabe benötigt schließlich etwa 1 Minute. Alles zusammen also bei 10 Mitspielern und ohne Eingriffe des Spielleiters knapp eine Stunde.


... und 2 Bilder des Spielzugprogrammes (Testphase):
Die Karte zeigt den kumulierten Erkundungsbereich, das eigene und fremde Reichsgebiet, und die eigenen und fremden Heere an. Durch Auswahl einer Gemark öffnet sich das Befehlsfeld für Gemarken, durch Auswahl eines eigenen Heeres das für Heeresbefehle. Der Spielzug kann anschließend als reine Textdatei gespeichert und per E-Mail versandt werden.
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