Wann gilt die Ausbildung an der ALMAKAN als abgeschlossen?
Die Ausbildung in den mundanen Fächern ist nicht reglementiert ist und gilt als absolviert, wenn ein Absolvent der Meinung ist ausreichend gelernt zu haben oder die ALMAKAN meint ihm alles notwendige oder hier verfügbare Wissen seines Faches vermittelt zu haben. Hingegen gibt es ein Mindestmaß an Zauberfertigkeiten, die ein hier ausgebildeter Magier beherrschen muss. Als angemessen gilt die Fähigkeit, am Tage zwei Zauber des ersten Grades wirken zu können und drei Zaubertricks zu beherrschen sowie ein eigenes Zauberbuch geschrieben zu haben, das sechs Zauber des ersten Grades enthält. Da sich aber die ALMAKAN mit der Idee des lebenslangen Lernens auch dem Prinzip der lebenslangen Ausbildung verschrieben hat sind Absolventen stets willkommen hier ihre Ausbildung zu vervollkommnen, ihre Kenntnisse zu vertiefen, neue mundane Fächer zu erlernen oder als Magier ihr Arsenal an Zaubern abzurunden und einen höheren Grad ihrer Profession zu gewinnen.
Die ALMAKAN - Magierakademie in Silur
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Merhan
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Merhan
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Re: Die ALMAKAN - Magierakademie in Silur
Wie endet die Ausbildung?
Am letzten Tag der Traumtage findet das Fest zur Verabschiedung der Absolventen statt. Damit folgt sie der Aufnahmefeier der neuen Scholaren am Beginn der Zeit des Jahreswechsels. Dank für die gebotene Ausbildung und Applaus für den erfolgreichen Abschluss der Scholaren prägt das Ereignis. Sie erwarten besondere Ehrungen: Ihnen wird die Bürgerschaft Silurs angeboten und wahlweise die Mitgliedschaft in der Hohen Kheitara vom Graulemuren, dem Bund der Magier Silurs oder der Kheitara des Katzenkauzes der Gelehrten, auch wenn sie nicht aus Silur stammen, unterschwellig verbunden mit der Hoffnung Silurs fertige Magier und Gelehrte vom Bleiben zu überzeugen. Ihr Name wird auf Ehrentafeln entlang des Weges zwischen dem Turm der Innenwelt und dem Durchgang zum Zentralplatz festgehalten. Gelehrte erhalten wie Magier einen Siegelring, mit dem sie ihre Korrespondenz als Absolventen unserer angesehenen Akademie kennzeichnen. Üblicherweise überreichen die Absolventen der ALMAKAN ein Geschenk, ein kopiertes oder selbst verfasstes Buch, ein gefundenes oder erschaffenes Artefakt oder Geld, als Dank für die geleistete Ausbildung, die ja kostenfrei ist, auch wenn nun zum Abschluss natürlich der Druck gegeben ist bei diesem Anlasse vor aller Augen etwas Angemessenes zu überreichen. Nur Magiern werden mit einem Zauber die Augenbilder gestochen, das Zeichen der ALMAKAN im Weiß des linken, das Zeichen des Jahres ihres Abschlusses im Weiß des rechten Augapfels. Die Symbole sind unauffällig, aber dauerhaft wie Hautbilder und vor einer Person, die mit dieser Praxis vertraut ist kaum zu verbergen. Die ALMAKAN hat Magier ausgebildet und ihnen eine Macht verliehen, gegen die Nichtmagier oft wehrlos sind. Ein Magier soll offen, das heißt durch seine Tracht kenntlich auftreten. Aber auch wenn er sich dieser Pflicht entzieht können Ermittler, gerade in Reichen, in denen Magie nicht verbreitet ist einen Magier der ALMAKAN wegen seiner Augenbilder finden, wenn sie als Ursache eines üblen Ereignisses Magie vermuten. Die Akademie selber sieht sich verpflichtet für die Taten ihrer Absolventen einzustehen, war sie es doch, die ihnen große Macht verliehen hat.
Am letzten Tag der Traumtage findet das Fest zur Verabschiedung der Absolventen statt. Damit folgt sie der Aufnahmefeier der neuen Scholaren am Beginn der Zeit des Jahreswechsels. Dank für die gebotene Ausbildung und Applaus für den erfolgreichen Abschluss der Scholaren prägt das Ereignis. Sie erwarten besondere Ehrungen: Ihnen wird die Bürgerschaft Silurs angeboten und wahlweise die Mitgliedschaft in der Hohen Kheitara vom Graulemuren, dem Bund der Magier Silurs oder der Kheitara des Katzenkauzes der Gelehrten, auch wenn sie nicht aus Silur stammen, unterschwellig verbunden mit der Hoffnung Silurs fertige Magier und Gelehrte vom Bleiben zu überzeugen. Ihr Name wird auf Ehrentafeln entlang des Weges zwischen dem Turm der Innenwelt und dem Durchgang zum Zentralplatz festgehalten. Gelehrte erhalten wie Magier einen Siegelring, mit dem sie ihre Korrespondenz als Absolventen unserer angesehenen Akademie kennzeichnen. Üblicherweise überreichen die Absolventen der ALMAKAN ein Geschenk, ein kopiertes oder selbst verfasstes Buch, ein gefundenes oder erschaffenes Artefakt oder Geld, als Dank für die geleistete Ausbildung, die ja kostenfrei ist, auch wenn nun zum Abschluss natürlich der Druck gegeben ist bei diesem Anlasse vor aller Augen etwas Angemessenes zu überreichen. Nur Magiern werden mit einem Zauber die Augenbilder gestochen, das Zeichen der ALMAKAN im Weiß des linken, das Zeichen des Jahres ihres Abschlusses im Weiß des rechten Augapfels. Die Symbole sind unauffällig, aber dauerhaft wie Hautbilder und vor einer Person, die mit dieser Praxis vertraut ist kaum zu verbergen. Die ALMAKAN hat Magier ausgebildet und ihnen eine Macht verliehen, gegen die Nichtmagier oft wehrlos sind. Ein Magier soll offen, das heißt durch seine Tracht kenntlich auftreten. Aber auch wenn er sich dieser Pflicht entzieht können Ermittler, gerade in Reichen, in denen Magie nicht verbreitet ist einen Magier der ALMAKAN wegen seiner Augenbilder finden, wenn sie als Ursache eines üblen Ereignisses Magie vermuten. Die Akademie selber sieht sich verpflichtet für die Taten ihrer Absolventen einzustehen, war sie es doch, die ihnen große Macht verliehen hat.
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Merhan
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Re: Die ALMAKAN - Magierakademie in Silur
Welche Karrieren stehen einem ausgebildeten Gelehrten, einem fertigen Magier offen?
Aufgabe von Gelehrten ist es, Wissen zu sammeln und bereit zu halten, jenen Rat zu geben, die Fragen haben und die folgende Generation zu unterrichten. Für Magier sind es im wesentlichen drei Tätigkeitsfelder, in denen sie nach ihrer Ausbildung an der ALMAKAN arbeiten. Hofmagier werden von Herrschern, Hausmagier von Adeligen oder wohlhabenden Personen beschäftigt, um in Kämpfen oder Konflikten zu unterstützen, durch Hellsicht Wissen über Gegner oder Verdienstmöglichkeiten zu sammeln, Gefahren magischer Natur abzuwenden und um magische Gegenstände zu bewerten oder bereitzuhalten, den Nachwuchs zu unterrichten und Magietalente der kommenden Zauberergeneration zu finden. Als Gelehrte und Lehrer, vor allem natürlich der Magie arbeiten viele ehemalige Schüler heute an der ALMAKAN, aber auch an anderen Zauberschulen oder für Institutionen, die Bedarf an magischem Können und Wissen haben. Besonders viele Absolventen der ALMAKAN schlagen eine Karriere als Abenteurer ein. Auf diese Stellung bereitet unsere Akademie Schüler im Besonderen vor, dafür ist sie nicht nur eine Ausbildungsstätte, dafür sie ist ein Ort, an dem Gefahren und Abenteuer auf Eleven und Scholaren, ja sogar auf die Magister warten.
Aufgabe von Gelehrten ist es, Wissen zu sammeln und bereit zu halten, jenen Rat zu geben, die Fragen haben und die folgende Generation zu unterrichten. Für Magier sind es im wesentlichen drei Tätigkeitsfelder, in denen sie nach ihrer Ausbildung an der ALMAKAN arbeiten. Hofmagier werden von Herrschern, Hausmagier von Adeligen oder wohlhabenden Personen beschäftigt, um in Kämpfen oder Konflikten zu unterstützen, durch Hellsicht Wissen über Gegner oder Verdienstmöglichkeiten zu sammeln, Gefahren magischer Natur abzuwenden und um magische Gegenstände zu bewerten oder bereitzuhalten, den Nachwuchs zu unterrichten und Magietalente der kommenden Zauberergeneration zu finden. Als Gelehrte und Lehrer, vor allem natürlich der Magie arbeiten viele ehemalige Schüler heute an der ALMAKAN, aber auch an anderen Zauberschulen oder für Institutionen, die Bedarf an magischem Können und Wissen haben. Besonders viele Absolventen der ALMAKAN schlagen eine Karriere als Abenteurer ein. Auf diese Stellung bereitet unsere Akademie Schüler im Besonderen vor, dafür ist sie nicht nur eine Ausbildungsstätte, dafür sie ist ein Ort, an dem Gefahren und Abenteuer auf Eleven und Scholaren, ja sogar auf die Magister warten.
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Merhan
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Re: Die ALMAKAN - Magierakademie in Silur
Nach einigen zusammenhängenden & fertigen Beiträgen hier ein Anfang, der noch auf ein Ende harrt. Nandys und Vurne, die Bierbraueralchemisten kommen nach Silur und begegnen an der ALMAKAN unter anderen Magistra Gwynn. Soll heißen, außer mir wirken noch zwei weitere Realpersonen mit. Allerdings komme ich so recht nicht weiter. Bierbrauen geht überall, sogar an Orten wie Herford, braucht keine Magierakademie und Alchemie nur im weiteren Sinne und ist selbst als außergewöhnliches Qualitätsbier (Helles Dittken, Herforder Maibock, besondere Produkte der Herforder Brauerrei) nicht magisch. Mein Problem ist wohl mangelnde Zuneigung zum Bier, so dass ich Schwierigkeiten habe, es beim Brauprozess entstehen zu lassen.
Hier jedenfalls für beide Beteiligte die Geschichte so weit wie bisher geschrieben:
Nandys und Vurne - Bierbraueralchemisten, Familie aus Weinfelden in Antam an der ALMAKAN
Im Jahre des Blutes 443 n.P., beschrieben von Zeta Lynn, Mitarbeiterin und der ALMAKAN und von Baron Brandur von Bov, Magister der Myragraphie daselbst
Es ist vielleicht nicht ganz einfach an der ALMAKAN anzukommen. Unsere Magierakademie mag auf Besucher aus fremden Ländern verwirrend wirken. Magister und Scholaren sind beschäftigt, Jedermensch trägt Robe und Spitzhut, Zauberstab in der Hand und Begleiter auf der Schulter, wirkt bedeutend, schreitet hierhin oder dorthin oder führt mit den Collegae gewichtige Gespräche. Zwischen ihnen toben die Eleven, nicht minder beschäftigt im Spiele und die zahlreichen mundanen Mitarbeiter haben natürlich erst recht zu tun.
So ist es gut, dass ich ein waches Auge auf Neuankömmlinge habe, Personen in fremder Tracht, am Rande des Zentralplatzes stehend, sich ratlos umblicken. So treffe ich auch Nandys und Vurne aus dem Dorf Weinfelden in Antam. Ich bin froh ihnen zu begegnen. Als Magister der Myragraphie ist die Lehre von fremden Ländern mein Fach und natürlich sind mir auswärtige Besucher höchst willkommen mein Wissen zu erweitern und durch ihren Vortrag in meinen Klassen die Scholaren zu unterrichten. Im Gegenzug bringe ich ihnen die ALMAKAN nahe und mache sie mit Personen bekannt, die ihnen bei ihrem Anliegen helfen können, seien es Forschung und Lehre, seien es der Erwerb magischer Erzeugnisse oder Verkäufe ihrer Waren an unsere Akademie.
Nandys und Vurne sind eine Familie von Bierbraueralchemisten. Das Bier ist ein Produkt ausländischer Handwerkstradition. Wie zur Herstellung von Khavia mälzt man Getreide. Nur macht man davon keinen heißen Aufguss sondern lässt es wie in Silur die Maische vom Süßgras vergären. Allerdings wird das Produkt jetzt nicht zu Arram destilliert sondern gilt als Bier reif und trinkfertig.
All das erfahre ich, während ich die beiden in das Hotel und Restaurant „Drei Zauberstäbe“ geleite. Hier, so sagen die Betreiber (die Geschwister Grettnangen) zurecht, kann man in ansprechender Atmosphäre und bei einem guten Lunch (Mehr und mehr wandern Begriffe aus dem Angels in die Sprache der Geschäftsleute ein, gemeint ist ein Mittagessen) ein gepflegtes Gespräch führen.
Das Paar möchte an der ALMAKAN die Möglichkeiten der Alchemie kennenlernen, ja, sie erlernen. Napos will die Alchemie im Brauprozess einzusetzen, zum Beispiel um neue Geschmäcker zu kreieren. Zugleich möchte er das Brauen als Gewerbe betreiben und Bier auf Silur anbieten. Ich erfahre, dass er die Alchemie als ein Handwerk versteht, das auch ihm, als magisch nicht begabter Person erlernbar ist.
Vendra ist eher kaufweiblich interessiert. Sie verkauft bereits das berühmte Bieler Blau und weitere Produkte Silurs und hat ausgezeichnete Kontakte, konkret Kunden auf dem Kontinent. Sie möchte gerne das Bier ihres Mannes exportieren.
Nun steht es um die Alchemie an der ALMAKAN nicht zum besten. Zwar gibt es mit dem jungen Magister Alchemisticus Berling Kraalkehler einen Lehrer dieses Faches, das zudem vom Wirken des Elfischen Lehrers Edrion Filan Felsenquell profitiert. Zwar wirkt hier schon seit drei Jahren die angesehene Magistra Gwynn, Lehrerin für Magier-Alchemie und Zaubertrankkunde, Autorin des bekannten Buches „Lektion der Metallchemie“, doch keiner von den dreien hat bisher die Silurer recht für die Alchemie begeistern können. Möglicherweise ist uns die Idee mittels Magie ein Produkt, wohl möglich ein kommerzielles Produkt zu erzeugen allzu fremd. Hinzu kommt eine gewisse Geringschätzung von Handwerk und Handel durch magisch und spirituell wirkende Personen auf Silur. Vielleicht sind aber Nandys und Vurne die Personen das zu ändern. Wir machen eine Liste von Personen, die wir an der ALMAKAN für ihr Vorhaben begeistern können.
Erster Kandidat ist natürlich Magister Legatus Ludvik Gund. Anders als den meisten Collegae sind ihm Karsk, Hinde und Bock (die umgangssprachlichen Bezeichnungen der Goldmünzen Silurs, die einen Karsk, eine Hirschkuh und einen Widder zeigen) Grund genug ein Unternehmen zu beginnen. Ludvik Gund vertraut die Geschäfte in seinem Kontor auf der Brücke der Anderswelt umgehend seiner bewährten Assistentin Zeta Lynn an und begleitet und in die Destille.
In der Kellerbar treffen wir den Magister Alkoholicus genannten Bartender Van Hagen. Er ist unbestrittener Experte für alle alkoholhaltigen und zum Genuss getrunkenen Destillate und weiß seine Schnäpse mit allerlei Früchten und Kräutern zu aromatisieren. Wir treffen Van Hagen, wie er missmutig den Schmutz auf dem Boden seiner Bar durch eine Luke in irgendeine Unterwelt kehrt. Silurer vermeiden das normalerweise, aus Sorge, dass ihnen ihr Kehrricht eines Tages auf den Kopf fällt, aber Van Hagen ist dafür bekannt, dass ihm vor Einbruch der Dämmerung fast alles gleichgültig ist. Dennoch können wir ihm, nachdem er den Plan der beiden Gäste vernommen hat zu einem Grunzen und zum Mitgehen bewegen.
In seinem Labor im Alchemicum, dem Hof der Alchemisten treffen wir Magister Alchemisticus Berling Kraalkehler, hinter sich einen großen Tisch voller Gerätschaften seines Standes, vor sich ein Dutzend sorgfältig beschrifteter Tiegelchen deren Inhalt, graue Pulver, einander sehr ähnlich sehen. Ohne einen seiner Besucher im besonderen anzusprechen sagt er: „Es macht keinen Unterschied, ob der Siedestein einer heißen Quelle, einem Geysir, einem sorgfältigst eingekochten Mineralwasser oder dem Teekessel von Magistra Gwynn entstammt. Im Hinblick auf seine alchemistische Wirkung und seiner Unterstützung beim Ruf elementarer Wesen besteht kein Unterschied. Es ist anzuerkennen, Edrion Filan Felsenquell ist zuzustimmen, Siedestein ist eher langweilig.“ Wir sprechen Berling auf die Vorhaben von Napos und Vendra an. Er ist nur zu gerne bereit den Siedestein zu verlassen um sich dem Bier zu widmen.
Einige Räume weiter unterrichtet Magistra Gwynn eine handvoll Scholaren: „Nachdem wir in der vergangenen Woche das träge und schläfrige Blei kennengelernt haben wollen wir uns jetzt dem munteren und aufgeweckten Wismuth widmen. Kennt jemand dieses Metall?“ Eine Schülerin meldet sich und weiß, dass es von ihrer Mutter auf dem Werkhof der Zauberstabmeister benutzt wird die metallischen Ornamente im Holz der Stäbe der Magier Silurs zu erzeugen. Magistra Gwynn stimmt ihr zu: „Tatsächlich sind metallische Einschmelzungen, vor allem aus Wismuth und seinen Legierungen typisch für die in Silur gebräuchlichen Zauberstäbe. Wie kein anderes Metall erleichtert es dem Magier das Zaubern. Die Vorteile des Wismuths zu nutzen ist ein wesentlicher Grund einen Zauberstab zu tragen und seine muntere und aufgeweckte Natur scheint der Magie Silurs in besonderem Maße zu entsprechen.“ Magistra Gwynn bemerkt ihre Besucher und wir schildern unser Vorhaben. Sie ist gerne bereit das Thema des Unterrichts zu wechseln und uns in Begleitung ihrer Scholaren zu begleiten. In Silur sagt man, das Leben ist der beste Lehrer.
Hier jedenfalls für beide Beteiligte die Geschichte so weit wie bisher geschrieben:
Nandys und Vurne - Bierbraueralchemisten, Familie aus Weinfelden in Antam an der ALMAKAN
Im Jahre des Blutes 443 n.P., beschrieben von Zeta Lynn, Mitarbeiterin und der ALMAKAN und von Baron Brandur von Bov, Magister der Myragraphie daselbst
Es ist vielleicht nicht ganz einfach an der ALMAKAN anzukommen. Unsere Magierakademie mag auf Besucher aus fremden Ländern verwirrend wirken. Magister und Scholaren sind beschäftigt, Jedermensch trägt Robe und Spitzhut, Zauberstab in der Hand und Begleiter auf der Schulter, wirkt bedeutend, schreitet hierhin oder dorthin oder führt mit den Collegae gewichtige Gespräche. Zwischen ihnen toben die Eleven, nicht minder beschäftigt im Spiele und die zahlreichen mundanen Mitarbeiter haben natürlich erst recht zu tun.
So ist es gut, dass ich ein waches Auge auf Neuankömmlinge habe, Personen in fremder Tracht, am Rande des Zentralplatzes stehend, sich ratlos umblicken. So treffe ich auch Nandys und Vurne aus dem Dorf Weinfelden in Antam. Ich bin froh ihnen zu begegnen. Als Magister der Myragraphie ist die Lehre von fremden Ländern mein Fach und natürlich sind mir auswärtige Besucher höchst willkommen mein Wissen zu erweitern und durch ihren Vortrag in meinen Klassen die Scholaren zu unterrichten. Im Gegenzug bringe ich ihnen die ALMAKAN nahe und mache sie mit Personen bekannt, die ihnen bei ihrem Anliegen helfen können, seien es Forschung und Lehre, seien es der Erwerb magischer Erzeugnisse oder Verkäufe ihrer Waren an unsere Akademie.
Nandys und Vurne sind eine Familie von Bierbraueralchemisten. Das Bier ist ein Produkt ausländischer Handwerkstradition. Wie zur Herstellung von Khavia mälzt man Getreide. Nur macht man davon keinen heißen Aufguss sondern lässt es wie in Silur die Maische vom Süßgras vergären. Allerdings wird das Produkt jetzt nicht zu Arram destilliert sondern gilt als Bier reif und trinkfertig.
All das erfahre ich, während ich die beiden in das Hotel und Restaurant „Drei Zauberstäbe“ geleite. Hier, so sagen die Betreiber (die Geschwister Grettnangen) zurecht, kann man in ansprechender Atmosphäre und bei einem guten Lunch (Mehr und mehr wandern Begriffe aus dem Angels in die Sprache der Geschäftsleute ein, gemeint ist ein Mittagessen) ein gepflegtes Gespräch führen.
Das Paar möchte an der ALMAKAN die Möglichkeiten der Alchemie kennenlernen, ja, sie erlernen. Napos will die Alchemie im Brauprozess einzusetzen, zum Beispiel um neue Geschmäcker zu kreieren. Zugleich möchte er das Brauen als Gewerbe betreiben und Bier auf Silur anbieten. Ich erfahre, dass er die Alchemie als ein Handwerk versteht, das auch ihm, als magisch nicht begabter Person erlernbar ist.
Vendra ist eher kaufweiblich interessiert. Sie verkauft bereits das berühmte Bieler Blau und weitere Produkte Silurs und hat ausgezeichnete Kontakte, konkret Kunden auf dem Kontinent. Sie möchte gerne das Bier ihres Mannes exportieren.
Nun steht es um die Alchemie an der ALMAKAN nicht zum besten. Zwar gibt es mit dem jungen Magister Alchemisticus Berling Kraalkehler einen Lehrer dieses Faches, das zudem vom Wirken des Elfischen Lehrers Edrion Filan Felsenquell profitiert. Zwar wirkt hier schon seit drei Jahren die angesehene Magistra Gwynn, Lehrerin für Magier-Alchemie und Zaubertrankkunde, Autorin des bekannten Buches „Lektion der Metallchemie“, doch keiner von den dreien hat bisher die Silurer recht für die Alchemie begeistern können. Möglicherweise ist uns die Idee mittels Magie ein Produkt, wohl möglich ein kommerzielles Produkt zu erzeugen allzu fremd. Hinzu kommt eine gewisse Geringschätzung von Handwerk und Handel durch magisch und spirituell wirkende Personen auf Silur. Vielleicht sind aber Nandys und Vurne die Personen das zu ändern. Wir machen eine Liste von Personen, die wir an der ALMAKAN für ihr Vorhaben begeistern können.
Erster Kandidat ist natürlich Magister Legatus Ludvik Gund. Anders als den meisten Collegae sind ihm Karsk, Hinde und Bock (die umgangssprachlichen Bezeichnungen der Goldmünzen Silurs, die einen Karsk, eine Hirschkuh und einen Widder zeigen) Grund genug ein Unternehmen zu beginnen. Ludvik Gund vertraut die Geschäfte in seinem Kontor auf der Brücke der Anderswelt umgehend seiner bewährten Assistentin Zeta Lynn an und begleitet und in die Destille.
In der Kellerbar treffen wir den Magister Alkoholicus genannten Bartender Van Hagen. Er ist unbestrittener Experte für alle alkoholhaltigen und zum Genuss getrunkenen Destillate und weiß seine Schnäpse mit allerlei Früchten und Kräutern zu aromatisieren. Wir treffen Van Hagen, wie er missmutig den Schmutz auf dem Boden seiner Bar durch eine Luke in irgendeine Unterwelt kehrt. Silurer vermeiden das normalerweise, aus Sorge, dass ihnen ihr Kehrricht eines Tages auf den Kopf fällt, aber Van Hagen ist dafür bekannt, dass ihm vor Einbruch der Dämmerung fast alles gleichgültig ist. Dennoch können wir ihm, nachdem er den Plan der beiden Gäste vernommen hat zu einem Grunzen und zum Mitgehen bewegen.
In seinem Labor im Alchemicum, dem Hof der Alchemisten treffen wir Magister Alchemisticus Berling Kraalkehler, hinter sich einen großen Tisch voller Gerätschaften seines Standes, vor sich ein Dutzend sorgfältig beschrifteter Tiegelchen deren Inhalt, graue Pulver, einander sehr ähnlich sehen. Ohne einen seiner Besucher im besonderen anzusprechen sagt er: „Es macht keinen Unterschied, ob der Siedestein einer heißen Quelle, einem Geysir, einem sorgfältigst eingekochten Mineralwasser oder dem Teekessel von Magistra Gwynn entstammt. Im Hinblick auf seine alchemistische Wirkung und seiner Unterstützung beim Ruf elementarer Wesen besteht kein Unterschied. Es ist anzuerkennen, Edrion Filan Felsenquell ist zuzustimmen, Siedestein ist eher langweilig.“ Wir sprechen Berling auf die Vorhaben von Napos und Vendra an. Er ist nur zu gerne bereit den Siedestein zu verlassen um sich dem Bier zu widmen.
Einige Räume weiter unterrichtet Magistra Gwynn eine handvoll Scholaren: „Nachdem wir in der vergangenen Woche das träge und schläfrige Blei kennengelernt haben wollen wir uns jetzt dem munteren und aufgeweckten Wismuth widmen. Kennt jemand dieses Metall?“ Eine Schülerin meldet sich und weiß, dass es von ihrer Mutter auf dem Werkhof der Zauberstabmeister benutzt wird die metallischen Ornamente im Holz der Stäbe der Magier Silurs zu erzeugen. Magistra Gwynn stimmt ihr zu: „Tatsächlich sind metallische Einschmelzungen, vor allem aus Wismuth und seinen Legierungen typisch für die in Silur gebräuchlichen Zauberstäbe. Wie kein anderes Metall erleichtert es dem Magier das Zaubern. Die Vorteile des Wismuths zu nutzen ist ein wesentlicher Grund einen Zauberstab zu tragen und seine muntere und aufgeweckte Natur scheint der Magie Silurs in besonderem Maße zu entsprechen.“ Magistra Gwynn bemerkt ihre Besucher und wir schildern unser Vorhaben. Sie ist gerne bereit das Thema des Unterrichts zu wechseln und uns in Begleitung ihrer Scholaren zu begleiten. In Silur sagt man, das Leben ist der beste Lehrer.
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Re: Die ALMAKAN - Magierakademie in Silur
Anrufungskreise
Erika Wehra Feensee und Leira Utti an der ALMAKAN in Silur im Jahre 442 n.P.
Erika Wehra Feensee, die elfische Lehrerin aus dem Tal des Lebens in Taron don Umn und Leira Utti, ihre menschliche Schülerin aus Silur lernen sich an der Magierakademie ALMAKAN auf Silur kennen. Sie wurden einander von Erikas Kollegen, dem Alchemisten Edrion Filan Felsenquell empfohlen, der Leira unterrichtete und lernen sich bei Tee und Keksen kennen. Der Vertraute von Erika, ein Wichtel aus den Einhornwäldern im Tal des Lebens, gibt den entscheidenden Impuls während Elfe und Frau zusammen sitzen. Leira findet die Zaubertricks des Wichtels sehr unterhaltsam und so ruft sie einen Wicht, einen Elementargeist der Erde und das gelingt ihr ausgesprochen gut. Der tritt, entsprechend seiner Art, aus dem blanken Erdboden zu ihr, ein kleines, kaum handgroßes Wesen mit menschlichen Proportionen, mit einer Haut in den Farben von Fels und Stein, rundlich, wie aus Kieseln zusammengesetzt und stellt sich als Smoosteen vor. Erikas Wichtel, ein Waldgeist und Leiras Wicht, ein Erdgeist können gut miteinander. Sie spielen und treiben miteinander Unfug ohne etwas zu zerstören oder jemanden zu verletzen.
Die Frauen vergleichen ihre Zauber. Erika spricht von Beschwörungen und drückt aus, dass sie Wesen aus großer Entfernung in einen Beschwörungskreis befiehlt. Leira hingegen verwendet das Wort Anrufung und beschreibt, wie sie die in Silur in den Elementen Myras stets anwesenden Kreaturen aus blanker Luft, Erde, Wasser oder Feuer ruft und sie bittet Gestalt anzunehmen.
Leira hat bei Edrion Filan Felsenquell eine Grundausbildung zur Alchimistin durchlaufen und sich erst später als begabte Ruferin von Elementarwesen erwiesen. Sie erfährt von Erika, dass der Alchemieunterricht Nutzen hat. Im Tal des Lebens benötigt ein Beschwörer für sein Tun spezielle Farben, Naturstoffe, Mineralien und Flüssigkeiten, welche in rechter Weise zusammengefügt werden müssen. In Silur hingegen ist es üblich, kleine Elementargeister, wie Smoosteen einer ist durch einen schlichten Zauber zu rufen. Für mächtigere Wesen, Mako und Elementarherren werden zwar Anrufungskreise gezeichnet, doch die Verwendung von besonderen Komponenten ist hier unbekannt. Erika ist davon überzeugt, dass sie Leiras Können verbessern kann, wenn sie ihr die im Tal des Lebens üblichen Hilfsmittel zeigt.
Erika setzt auf Leiras Erfahrung mit den in der Alchemie Silurs verwendeten Substanzen und bittet sie, Komponenten zu sammeln, welche die Frau für geeignet hält. Die Elfe will mit ihrer im Tal des Lebens erworbenen Wissen Stoffe holen, welche sie für hilfreich erachtet. Beide verabreden sich auf dem Hof der Alchemie.
Leira Utti ist zunächst ratlos, angesichts der endlosen Vielfalt alchemistischer Substanzen, die sie im Unterricht von Edrion Filan Felsenquell kennengelernt hat. Schließlich besorgt sie zunächst Knochenasche und Obsidian. Davon gibt es einen Vorrat am Hof der Alchemie, im Alchemikum, den Obsidian allerdings nur in Form von Scherben, die noch zerkleinert werden müssen. Sie stellt einen kleinen Mörser auf und Smoosteen ist bereit, die Scherben zu zerstampfen. Das erspart Leira die mühsame Arbeit mit dem Pistill.
Erika tritt zu ihr, einen zweiten Mörser in der Hand, gefüllt mit groben Stücken trockener Rinde. Ihr Wichtel versteht, was getan werden soll, er springt hinein und beginnt das Material zu zertreten. Frau und Elfe lachen und suchen weitere Zutaten.
Für Leira hält Magister Apothekarius Eleman Adrianus getrocknete Weißblütenbaumblüten und Steinöl bereit, Eisenpulver kann sie von den Handwerkern im Werkhof auf der mundanen Seite der Savre, dem Fluss unterhalb der Akademie bekommen, es bleibt über, wenn das Metall gesägt und gefeilt wird.
Olivenöl, das Erika bevorzugt scheint auf Silur kaum verfügbar zu sein. Sie entscheidet sich statt dessen für Öl aus Bucheckern, das man hier in jeder Küche findet. Bunte Blumen und würzige Kräuter pflückt sie ganz frisch im Garten der Anderswelt, einen Violetten Bovist schenkt ihr der Magister Conjunctus der Pflanzen Estel Björnlapp, der mit einem Korb voller Pilze gerade die Apotheke des Eleman Adrianus betritt, sehr zum Missvergnügen des Apothekers, der ihr den Pilz lieber verkauft hätte. Teuerste Komponente ist eine eigenartig geformte Sinterfigur, die sie auf der Brücke der Außenwelt im Kontor von Magister Legatus Ludvik Gund für 50 Silbermünzen erwirbt.
Fast gleichzeitig erreichen Leira Utti und Erika Wehra Feensee wieder den Hof der Alchemie und breiten die gesammelten Zutaten auf einen Arbeitstisch aus. Wichtel und Wicht steigen aus ihren Mörsern, bedeckt mit Holzmehl und Obsidianstaub. Leira reinigt die beiden Helfer mit einem kleinen Zauber. In einem größeren Mörser sollen jetzt die Zutaten zu einer geschmeidigen Paste verarbeitet werden.
Frau und Elfe heben die kleineren Mörser an um Obsidian und Holz im großen Mörser zu vereinen. Doch Erikas Wichtel ruft laut: „Nein, Nein, Nein“ und schüttelt bestimmt den Kopf, während Smoosteen direkt in den großen Mörser springt und sich darin breit macht um zu verhindern, dass irgend etwas hineingegeben wird.
Leira und Erika gucken Wicht und Wichtel fragend an. Der Wichtel erklärt atemlos: „Hier sind die Wesen ganz andere als im Tal des Lebens. Hier kannst du keine Wichtel beschwören, weil es außer mir gar keine gibt!“ Und der Wicht ergänzt. „Mein Volk kann man nicht mit Sägespänen und Buchenöl rufen.“ Gemeinsam machen sich die beiden kleinen Begleiter daran, die Substanzen, die ihre Meisterrinnen zusammengetragen haben auseinander zu sortieren. Schnell liegen zwei Gruppen auf dem Tisch.
Vor Erika befindet sich der Mörser mit der zerstoßenen Baumrinde, die von ihr gepflückten Blumen und Kräuter, der Violette Bovist und der Krug mit dem Buchenöl, aber auch Leiras Blüten des Weißblütenbaumes.
Leira erhält den Mörser mit dem Obsidianstaub, ihr Eisenpulver und das Steinöl, aber auch Erikas Sinterfigur. Über die Verwendung der Knochenasche sind sich die Begleiter anfangs uneins. Schließlich erhält Erika eine kleine Prise und Leira die größere Menge. Dann blicken Leira und die beiden Begleiter Erika erwartungsvoll an.
Die räuspert sich und versucht zu erklären: „Es will mir scheinen, dass nicht alle Wesen Myras an jedem Ort beschworen werden können. Es ist eine alte Erkenntnis, dass Ort und Zeit, gerade bei Beschwörungen oder...“, sie blickt Leira fragend an: „Rufen?...“ Leira nicht. Erika fährt fort. „und Rufen Bedeutung haben. Vermutlich kann ich hier keinen Wichtel rufen, obwohl es andere Naturgeister geben mag. Elementargeister wie Smoosteen...“ Der wirft sich in die Brust „...sind mir fremd. Wir sollten probieren, ob ein Rufkreis geeignet ist Smoosteen erneut zu rufen, und welches Wesen erscheint, wenn wir wir meine Materialien verwenden.
Elfe und Frau benutzen also die kleineren Mörser um aus den Zutaten Pasten zu bereiten, mit denen sie Rufkreise malen wollen. Leiras Paste ist von grauschwarzer Farbe und riecht streng nach Metall und Steinöl. Erikas Produkt hingegen duftet angenehm nach Kräutern und Blumen und Bucheckern. Als sie fertig ist beugt sich ihr Wichtel entzückt über den Topf und schnuppert mit Genuss. Smoosteen ist mit Leiras Werk zufrieden, er ist mit dem Finger durch den Tiegel gefahren und hat ihn abgeleckt.
Ein Erdgeist wie Smoosteen lässt sich natürlich aus blankem Stein am besten rufen. An der Treppe hoch zum Feidrahal finden sie eine geeignete Fläche, eine kleine Felstafel, die sie nur von Lärchennadeln und Moos befreien müssen. Hier hilft erneut der kleine Zauber, mit dem Leira schon die Begleiter gesäubert hat. Die Platte zeigt Spuren von Bearbeitung, ein verschlungenes Spiralmuster und zwei geglättete Seitenflächen. Das Bruchstück mag vor Jahrhunderten, zur Zeit des ersten Volkes Silurs der Deckstein eines Altars gewesen sein.
Erika schlägt vor, einen Kreis zu zeichnen, der einen Stern mit vier Zacken umschließt. Sie weiß, dass in Silur den Elementarwesen die geraden Zahlen zugeordnet sind, die vier den geringen Geistern, wie Smoosteen einer ist, die acht den Mako, die zwölf den mächtigen Elementarherren.
Leira hat ein Zeichenrad mitgebracht, einen runden Holzreif mit vielen Löchern auf der Oberseite. Sie steckt kleine Knebel in die Löcher und spannt Bänder zwischen ihnen. So können die beiden Ruferinnen schnell und einfach einen sehr genauen Stern zeichnen, indem sie mit Pinseln Leiras Paste entlang der Bänder auftragen. Der Innendurchmesser des Reifs ergibt den Rufkreis. Leira zeichnet einen Kristall, das Symbol des Elementes Erde in die Mitte, Erika malt Zeichen der Verbindung, wo die Spitzen des Sternes den Kreis berühren und Leira Runen des Schutzes in die Zwischenräume. Es ist ein sehr schlichter Kreis, mit dem aber auch nur nachgewiesen soll, dass er den Ruf eines Wichts unterstützen kann. Ein Rufkreis für einen Mako, erst recht für einen Elementarherren würden sie viel größer anlegen, ihn gründlich fundamentieren und sorgfältig nach den Adern Denas und den Gestirnen ausrichten. Jedes Detail einer sorgfältigen Vorbereitung mag helfen, jede übersehene Kleinigkeit den Ruf scheitern lassen. Am Ende aber treten Elementarwesen aus freien Stücken zu ihrem Rufer. Ein Elementarherr der Erde soll schon einmal auf einen schlichten Stoßseufzer zu einem Scholaren gekommen sein, der sich mit dem Ruf eines Wichts mühte. Von Eger Makalu, dem Magister Magistri der ALMAKAN hingegen wird berichtet, dass trotz sorgfältigster Vorbereitung beim Ruf eines schlichten Elementargeistes der Luft aus seinem Beschwörungskreis nur das Wort „Nein“ ertönte.
Leira schickt den widerstrebenden Smoosteen zurück in sein Element. Dann setzt sie sich Erika an den Kreis gegenüber. Beide haben zuletzt Unterrichtsstunden der Chorleiterin Shain teilgenommen. Deren Stimmübungen sind sehr hilfreich um zu verhindern, dass die Stimme eines Magiers bei langen Rufgesängen versagt. Nichts wäre ärgerlicher, als das Scheitern des Rufes eines nach vielen Vorbereitungen weil am Ende die Stimme bricht.
Diese Gefahr besteht diesmal nicht. Kaum haben die beiden Ruferinnen die Zeilen ihres Gesangs ein erstes mal vollendet, kaum haben sie begonnen ihren Geist auf der Suche nach Elementarwesen schweifen zu lassen ist Smoosteens Persönlichkeit schon gefunden und gleich darauf springt er freudestrahlend inmitten des Kreises aus dem Boden, herzt Erika und ihren Wichtel und gibt Leira einen metallisch schmeckenden Kuss. „Das war einfach“, ruft er begeistert und seine Ruferinnen stimmen zu. Ritualmagie und Rufkreise aus rechten Zutaten können die Magie des Rufes eines Elementargeistes definitiv vereinfachen, auch wenn der Aufwand deutlich größer ist.
Anschließend suchen Erika und Leira einen Platz, um herauszufinden, welches Wesen sie mit der Benutzung von Erikas Paste rufen können. Ihr Wichtel hat eine Idee und führt sie durch den Garten der Anderswelt, am großen Labyrinthgebüsch vorbei in den lichten Wald am Hang des Bel- Arads. Hier wurde vor Jahren eine Pappel gefällt. Aus dem Stumpf sind zahlreiche dünne Schösslinge gesprossen, die in ihrer Mitte einen runden Fleck freilassen, groß genug für einen Rufkreis, zwei Magierinnen und ihre Begleiter. Allerdings ist der Grund sehr uneben. Sie füllen ihn mit einer Mischung aus Laub und Humus auf. Es bleiben angesichts des weichen Untergrundes Zweifel, doch Erikas Wichtel erachtet eine Basis aus organischem Material für wichtiger als einen sicheren Stand oder einen glatten Zeichengrund. Er gibt, zur Überraschung der Magierinnen, jetzt Anweisungen.
Den Wicht Smoosteen langweilt der Umgang mit all den organischen Materialien und nachdem ihm Leira eine Weile keine Aufmerksamkeit geschenkt hat murmelt er einen Abschiedsgruß und verschwindet in einigen bemoosten Felsen nahebei. Erika und ihr Wichtel blicken überrascht auf und Leira wirkt beunruhigt: „Jetzt war ich abgelenkt und beschäftigt und habe aus Versehen Smoosteen verärgert. Gerufene Wichte bleiben selten länger als es ihre Aufgabe erfordert bei einem Magier, der ihnen üblicherweise nach Abschluss dankt und sie mit freundlichen Worten entlässt. Das habe ich versäumt und seine Geduld erschöpft. Es handelt sich bei ihm eben nicht um Wesen, das man für einen dauernden Aufenthalt beschwören kann. Ich hoffe, ich habe mir jetzt nicht seinen guten Willen und den guten Willen seiner ganzen Elementarverwandschaft verscherzt.“
Mit diesen Worten greift sie, ein wenig zu heftig nach dem Zeichenrad und steckt gemeinsam mit Erika die Knebel ein um die Bänder zu spannen. Malen oder zeichnen können sie auf dem losen Untergrund nicht, deswegen tropfen sie Erikas Farbe entlang der Bändern auf den humosen Boden. Wo zwischen den Klecksen Lücken bleiben zieht sie der Wichtel mit dem Finger zu Linien zusammen. Die Symbole von Schutz und Verbindung sind die gleichen wie bei dem Kreis, den sie für Smoosten gezeichnet haben, aber diesmal kleckst Leira einen Baum in die Mitte des Sternes.
Es ist eng und eigenartig heimelig, als sich Elfe und Frau gegenüber in Positur stellen um die Anrufung zu beginnen. Selbstbewusst tritt der Wichtel hinzu und formt mit ihnen einen dreiteiligen Kreis. Die Magierinnen sind überrascht. Erikas Helfer wird zu einem gleichwertigen Mitglied des Zirkels. Sie lassen ihn gewähren und stimmen den Gesang des Rufes an.
Wo aber zuvor der Ruf von Smoosteen einfach war und schnell vollendet haben Erika und Leira nun das Gefühl, eine schwere Aufgabe meistern zu müssen, die all ihre Kräfte zehrt. Sie spüren all die kleinen Elementargeister um sie herum kreisen und sogar die großen Mako in einiger Entfernung, doch alle wahren Abstand und wollen nicht zu ihnen treten, als ob eine größere Macht es ihnen versagen würde. Die Zeit streckt sich, Erika und Leira lehnen sich über dem Kreis aneinander, ihr Schweiß tropft auf den Boden und versickert zwischen Laub und Humus, ihr Gesang drängt keuchend zwischen den Weidenschösslingen aufwärts, Erikas Wichtel sucht Halt an ihren Waden.
Schließlich geschieht es. Elementargeister und Mako haben sich weit entfernt, da schließen die jungen Weiden die Rufer ein und pressen sie aneinander. Sie spüren etwas Großes nahen. Aus dem verrottenden Stumpf auf dem sie stehen wächst eine Macht, lässt sie Teil von sich werden, Holz, Borke, Blatt, reißt ihre Köpfe in die Höhe, breitet ihre Arme Ästen gleich aus, lässt ihre Füße im Grunde wurzeln. Eine gewaltige Weide ist zwischen ihnen, aus ihnen, in ihnen erstanden Mit aneinandergeschmiegten Wangen blicken Elfe und Frau einander über die Schultern, sehen das ferne Meer und den Berg Bel- Arad, die Gebäude der Magierakademie wie Spielzeug zu ihren Füßen, die gewaltige Schraubenwinde im nahen Tagbruch gerade ihre Hüften erreichend. Ihr Gesang verstummt. Leise flüstern die Weidenschösslinge zwischen ihren Zehen:
Salah ist da
und
Wissen offenbar
und
sechs die Zahl wahr
Vision erlischt und Wandlung endet. Schon ist Salah gegangen. Frau und Elfe sind zusammengesunken, sitzen einander zwischen schweigenden Weidenschösslingen gegenüber. Neben ihnen starrt der Wichtel verlegen auf die Reste des Anrufungskreises.
„Entschuldigt bitte.“ murmelt er: „Salah hieß mich euch hierher zu führen und hat mir verboten über ihn zu reden. Er wollte euch berühren und er ist sehr mächtig und ich konnte nicht nein sagen...“
„Wer ist Salah?“ fragt Erika. Leiras Verstand rast: „Er muss ein Elementarherr sein, ein Elementarherr, des Humus, oder des Holzes, oder der lebenden Materie an sich. Erinnerst du dich an den Scholaren, der einen Wicht rufen wollte und ein Elementarherr kam? Sie sind mächtig und handeln nach eigenem Willen. Wir haben lange und bis zur Erschöpfung gerufen und alle minderen Wesen sind vor ihm gewichen, und schließlich ist er zu uns getreten. Wir in Silur glauben, dass es vier Elemente gibt. Doch wie, wenn es statt dessen sechs sind, sechs die wahre Zahl ist? Feuer und Wasser, Luft und Fels, das Element Smoosteens, Humus, oder Leben, das Element Salahs und, ... als sechstes, ... Tod?“
Diese Geschichte entstand gemeinsam mit & auf Anregung von Franz. Ich habe sie hier & jetzt veröffentlicht, weil in ihr das Wesen Salah auftaucht, welches im Zusammenhang mit dem Garten der Anderswelt in der Myrapedia auftaucht und welches andeutet, dass Myra aus sechs Elementen besteht - Merhan
Erika Wehra Feensee und Leira Utti an der ALMAKAN in Silur im Jahre 442 n.P.
Erika Wehra Feensee, die elfische Lehrerin aus dem Tal des Lebens in Taron don Umn und Leira Utti, ihre menschliche Schülerin aus Silur lernen sich an der Magierakademie ALMAKAN auf Silur kennen. Sie wurden einander von Erikas Kollegen, dem Alchemisten Edrion Filan Felsenquell empfohlen, der Leira unterrichtete und lernen sich bei Tee und Keksen kennen. Der Vertraute von Erika, ein Wichtel aus den Einhornwäldern im Tal des Lebens, gibt den entscheidenden Impuls während Elfe und Frau zusammen sitzen. Leira findet die Zaubertricks des Wichtels sehr unterhaltsam und so ruft sie einen Wicht, einen Elementargeist der Erde und das gelingt ihr ausgesprochen gut. Der tritt, entsprechend seiner Art, aus dem blanken Erdboden zu ihr, ein kleines, kaum handgroßes Wesen mit menschlichen Proportionen, mit einer Haut in den Farben von Fels und Stein, rundlich, wie aus Kieseln zusammengesetzt und stellt sich als Smoosteen vor. Erikas Wichtel, ein Waldgeist und Leiras Wicht, ein Erdgeist können gut miteinander. Sie spielen und treiben miteinander Unfug ohne etwas zu zerstören oder jemanden zu verletzen.
Die Frauen vergleichen ihre Zauber. Erika spricht von Beschwörungen und drückt aus, dass sie Wesen aus großer Entfernung in einen Beschwörungskreis befiehlt. Leira hingegen verwendet das Wort Anrufung und beschreibt, wie sie die in Silur in den Elementen Myras stets anwesenden Kreaturen aus blanker Luft, Erde, Wasser oder Feuer ruft und sie bittet Gestalt anzunehmen.
Leira hat bei Edrion Filan Felsenquell eine Grundausbildung zur Alchimistin durchlaufen und sich erst später als begabte Ruferin von Elementarwesen erwiesen. Sie erfährt von Erika, dass der Alchemieunterricht Nutzen hat. Im Tal des Lebens benötigt ein Beschwörer für sein Tun spezielle Farben, Naturstoffe, Mineralien und Flüssigkeiten, welche in rechter Weise zusammengefügt werden müssen. In Silur hingegen ist es üblich, kleine Elementargeister, wie Smoosteen einer ist durch einen schlichten Zauber zu rufen. Für mächtigere Wesen, Mako und Elementarherren werden zwar Anrufungskreise gezeichnet, doch die Verwendung von besonderen Komponenten ist hier unbekannt. Erika ist davon überzeugt, dass sie Leiras Können verbessern kann, wenn sie ihr die im Tal des Lebens üblichen Hilfsmittel zeigt.
Erika setzt auf Leiras Erfahrung mit den in der Alchemie Silurs verwendeten Substanzen und bittet sie, Komponenten zu sammeln, welche die Frau für geeignet hält. Die Elfe will mit ihrer im Tal des Lebens erworbenen Wissen Stoffe holen, welche sie für hilfreich erachtet. Beide verabreden sich auf dem Hof der Alchemie.
Leira Utti ist zunächst ratlos, angesichts der endlosen Vielfalt alchemistischer Substanzen, die sie im Unterricht von Edrion Filan Felsenquell kennengelernt hat. Schließlich besorgt sie zunächst Knochenasche und Obsidian. Davon gibt es einen Vorrat am Hof der Alchemie, im Alchemikum, den Obsidian allerdings nur in Form von Scherben, die noch zerkleinert werden müssen. Sie stellt einen kleinen Mörser auf und Smoosteen ist bereit, die Scherben zu zerstampfen. Das erspart Leira die mühsame Arbeit mit dem Pistill.
Erika tritt zu ihr, einen zweiten Mörser in der Hand, gefüllt mit groben Stücken trockener Rinde. Ihr Wichtel versteht, was getan werden soll, er springt hinein und beginnt das Material zu zertreten. Frau und Elfe lachen und suchen weitere Zutaten.
Für Leira hält Magister Apothekarius Eleman Adrianus getrocknete Weißblütenbaumblüten und Steinöl bereit, Eisenpulver kann sie von den Handwerkern im Werkhof auf der mundanen Seite der Savre, dem Fluss unterhalb der Akademie bekommen, es bleibt über, wenn das Metall gesägt und gefeilt wird.
Olivenöl, das Erika bevorzugt scheint auf Silur kaum verfügbar zu sein. Sie entscheidet sich statt dessen für Öl aus Bucheckern, das man hier in jeder Küche findet. Bunte Blumen und würzige Kräuter pflückt sie ganz frisch im Garten der Anderswelt, einen Violetten Bovist schenkt ihr der Magister Conjunctus der Pflanzen Estel Björnlapp, der mit einem Korb voller Pilze gerade die Apotheke des Eleman Adrianus betritt, sehr zum Missvergnügen des Apothekers, der ihr den Pilz lieber verkauft hätte. Teuerste Komponente ist eine eigenartig geformte Sinterfigur, die sie auf der Brücke der Außenwelt im Kontor von Magister Legatus Ludvik Gund für 50 Silbermünzen erwirbt.
Fast gleichzeitig erreichen Leira Utti und Erika Wehra Feensee wieder den Hof der Alchemie und breiten die gesammelten Zutaten auf einen Arbeitstisch aus. Wichtel und Wicht steigen aus ihren Mörsern, bedeckt mit Holzmehl und Obsidianstaub. Leira reinigt die beiden Helfer mit einem kleinen Zauber. In einem größeren Mörser sollen jetzt die Zutaten zu einer geschmeidigen Paste verarbeitet werden.
Frau und Elfe heben die kleineren Mörser an um Obsidian und Holz im großen Mörser zu vereinen. Doch Erikas Wichtel ruft laut: „Nein, Nein, Nein“ und schüttelt bestimmt den Kopf, während Smoosteen direkt in den großen Mörser springt und sich darin breit macht um zu verhindern, dass irgend etwas hineingegeben wird.
Leira und Erika gucken Wicht und Wichtel fragend an. Der Wichtel erklärt atemlos: „Hier sind die Wesen ganz andere als im Tal des Lebens. Hier kannst du keine Wichtel beschwören, weil es außer mir gar keine gibt!“ Und der Wicht ergänzt. „Mein Volk kann man nicht mit Sägespänen und Buchenöl rufen.“ Gemeinsam machen sich die beiden kleinen Begleiter daran, die Substanzen, die ihre Meisterrinnen zusammengetragen haben auseinander zu sortieren. Schnell liegen zwei Gruppen auf dem Tisch.
Vor Erika befindet sich der Mörser mit der zerstoßenen Baumrinde, die von ihr gepflückten Blumen und Kräuter, der Violette Bovist und der Krug mit dem Buchenöl, aber auch Leiras Blüten des Weißblütenbaumes.
Leira erhält den Mörser mit dem Obsidianstaub, ihr Eisenpulver und das Steinöl, aber auch Erikas Sinterfigur. Über die Verwendung der Knochenasche sind sich die Begleiter anfangs uneins. Schließlich erhält Erika eine kleine Prise und Leira die größere Menge. Dann blicken Leira und die beiden Begleiter Erika erwartungsvoll an.
Die räuspert sich und versucht zu erklären: „Es will mir scheinen, dass nicht alle Wesen Myras an jedem Ort beschworen werden können. Es ist eine alte Erkenntnis, dass Ort und Zeit, gerade bei Beschwörungen oder...“, sie blickt Leira fragend an: „Rufen?...“ Leira nicht. Erika fährt fort. „und Rufen Bedeutung haben. Vermutlich kann ich hier keinen Wichtel rufen, obwohl es andere Naturgeister geben mag. Elementargeister wie Smoosteen...“ Der wirft sich in die Brust „...sind mir fremd. Wir sollten probieren, ob ein Rufkreis geeignet ist Smoosteen erneut zu rufen, und welches Wesen erscheint, wenn wir wir meine Materialien verwenden.
Elfe und Frau benutzen also die kleineren Mörser um aus den Zutaten Pasten zu bereiten, mit denen sie Rufkreise malen wollen. Leiras Paste ist von grauschwarzer Farbe und riecht streng nach Metall und Steinöl. Erikas Produkt hingegen duftet angenehm nach Kräutern und Blumen und Bucheckern. Als sie fertig ist beugt sich ihr Wichtel entzückt über den Topf und schnuppert mit Genuss. Smoosteen ist mit Leiras Werk zufrieden, er ist mit dem Finger durch den Tiegel gefahren und hat ihn abgeleckt.
Ein Erdgeist wie Smoosteen lässt sich natürlich aus blankem Stein am besten rufen. An der Treppe hoch zum Feidrahal finden sie eine geeignete Fläche, eine kleine Felstafel, die sie nur von Lärchennadeln und Moos befreien müssen. Hier hilft erneut der kleine Zauber, mit dem Leira schon die Begleiter gesäubert hat. Die Platte zeigt Spuren von Bearbeitung, ein verschlungenes Spiralmuster und zwei geglättete Seitenflächen. Das Bruchstück mag vor Jahrhunderten, zur Zeit des ersten Volkes Silurs der Deckstein eines Altars gewesen sein.
Erika schlägt vor, einen Kreis zu zeichnen, der einen Stern mit vier Zacken umschließt. Sie weiß, dass in Silur den Elementarwesen die geraden Zahlen zugeordnet sind, die vier den geringen Geistern, wie Smoosteen einer ist, die acht den Mako, die zwölf den mächtigen Elementarherren.
Leira hat ein Zeichenrad mitgebracht, einen runden Holzreif mit vielen Löchern auf der Oberseite. Sie steckt kleine Knebel in die Löcher und spannt Bänder zwischen ihnen. So können die beiden Ruferinnen schnell und einfach einen sehr genauen Stern zeichnen, indem sie mit Pinseln Leiras Paste entlang der Bänder auftragen. Der Innendurchmesser des Reifs ergibt den Rufkreis. Leira zeichnet einen Kristall, das Symbol des Elementes Erde in die Mitte, Erika malt Zeichen der Verbindung, wo die Spitzen des Sternes den Kreis berühren und Leira Runen des Schutzes in die Zwischenräume. Es ist ein sehr schlichter Kreis, mit dem aber auch nur nachgewiesen soll, dass er den Ruf eines Wichts unterstützen kann. Ein Rufkreis für einen Mako, erst recht für einen Elementarherren würden sie viel größer anlegen, ihn gründlich fundamentieren und sorgfältig nach den Adern Denas und den Gestirnen ausrichten. Jedes Detail einer sorgfältigen Vorbereitung mag helfen, jede übersehene Kleinigkeit den Ruf scheitern lassen. Am Ende aber treten Elementarwesen aus freien Stücken zu ihrem Rufer. Ein Elementarherr der Erde soll schon einmal auf einen schlichten Stoßseufzer zu einem Scholaren gekommen sein, der sich mit dem Ruf eines Wichts mühte. Von Eger Makalu, dem Magister Magistri der ALMAKAN hingegen wird berichtet, dass trotz sorgfältigster Vorbereitung beim Ruf eines schlichten Elementargeistes der Luft aus seinem Beschwörungskreis nur das Wort „Nein“ ertönte.
Leira schickt den widerstrebenden Smoosteen zurück in sein Element. Dann setzt sie sich Erika an den Kreis gegenüber. Beide haben zuletzt Unterrichtsstunden der Chorleiterin Shain teilgenommen. Deren Stimmübungen sind sehr hilfreich um zu verhindern, dass die Stimme eines Magiers bei langen Rufgesängen versagt. Nichts wäre ärgerlicher, als das Scheitern des Rufes eines nach vielen Vorbereitungen weil am Ende die Stimme bricht.
Diese Gefahr besteht diesmal nicht. Kaum haben die beiden Ruferinnen die Zeilen ihres Gesangs ein erstes mal vollendet, kaum haben sie begonnen ihren Geist auf der Suche nach Elementarwesen schweifen zu lassen ist Smoosteens Persönlichkeit schon gefunden und gleich darauf springt er freudestrahlend inmitten des Kreises aus dem Boden, herzt Erika und ihren Wichtel und gibt Leira einen metallisch schmeckenden Kuss. „Das war einfach“, ruft er begeistert und seine Ruferinnen stimmen zu. Ritualmagie und Rufkreise aus rechten Zutaten können die Magie des Rufes eines Elementargeistes definitiv vereinfachen, auch wenn der Aufwand deutlich größer ist.
Anschließend suchen Erika und Leira einen Platz, um herauszufinden, welches Wesen sie mit der Benutzung von Erikas Paste rufen können. Ihr Wichtel hat eine Idee und führt sie durch den Garten der Anderswelt, am großen Labyrinthgebüsch vorbei in den lichten Wald am Hang des Bel- Arads. Hier wurde vor Jahren eine Pappel gefällt. Aus dem Stumpf sind zahlreiche dünne Schösslinge gesprossen, die in ihrer Mitte einen runden Fleck freilassen, groß genug für einen Rufkreis, zwei Magierinnen und ihre Begleiter. Allerdings ist der Grund sehr uneben. Sie füllen ihn mit einer Mischung aus Laub und Humus auf. Es bleiben angesichts des weichen Untergrundes Zweifel, doch Erikas Wichtel erachtet eine Basis aus organischem Material für wichtiger als einen sicheren Stand oder einen glatten Zeichengrund. Er gibt, zur Überraschung der Magierinnen, jetzt Anweisungen.
Den Wicht Smoosteen langweilt der Umgang mit all den organischen Materialien und nachdem ihm Leira eine Weile keine Aufmerksamkeit geschenkt hat murmelt er einen Abschiedsgruß und verschwindet in einigen bemoosten Felsen nahebei. Erika und ihr Wichtel blicken überrascht auf und Leira wirkt beunruhigt: „Jetzt war ich abgelenkt und beschäftigt und habe aus Versehen Smoosteen verärgert. Gerufene Wichte bleiben selten länger als es ihre Aufgabe erfordert bei einem Magier, der ihnen üblicherweise nach Abschluss dankt und sie mit freundlichen Worten entlässt. Das habe ich versäumt und seine Geduld erschöpft. Es handelt sich bei ihm eben nicht um Wesen, das man für einen dauernden Aufenthalt beschwören kann. Ich hoffe, ich habe mir jetzt nicht seinen guten Willen und den guten Willen seiner ganzen Elementarverwandschaft verscherzt.“
Mit diesen Worten greift sie, ein wenig zu heftig nach dem Zeichenrad und steckt gemeinsam mit Erika die Knebel ein um die Bänder zu spannen. Malen oder zeichnen können sie auf dem losen Untergrund nicht, deswegen tropfen sie Erikas Farbe entlang der Bändern auf den humosen Boden. Wo zwischen den Klecksen Lücken bleiben zieht sie der Wichtel mit dem Finger zu Linien zusammen. Die Symbole von Schutz und Verbindung sind die gleichen wie bei dem Kreis, den sie für Smoosten gezeichnet haben, aber diesmal kleckst Leira einen Baum in die Mitte des Sternes.
Es ist eng und eigenartig heimelig, als sich Elfe und Frau gegenüber in Positur stellen um die Anrufung zu beginnen. Selbstbewusst tritt der Wichtel hinzu und formt mit ihnen einen dreiteiligen Kreis. Die Magierinnen sind überrascht. Erikas Helfer wird zu einem gleichwertigen Mitglied des Zirkels. Sie lassen ihn gewähren und stimmen den Gesang des Rufes an.
Wo aber zuvor der Ruf von Smoosteen einfach war und schnell vollendet haben Erika und Leira nun das Gefühl, eine schwere Aufgabe meistern zu müssen, die all ihre Kräfte zehrt. Sie spüren all die kleinen Elementargeister um sie herum kreisen und sogar die großen Mako in einiger Entfernung, doch alle wahren Abstand und wollen nicht zu ihnen treten, als ob eine größere Macht es ihnen versagen würde. Die Zeit streckt sich, Erika und Leira lehnen sich über dem Kreis aneinander, ihr Schweiß tropft auf den Boden und versickert zwischen Laub und Humus, ihr Gesang drängt keuchend zwischen den Weidenschösslingen aufwärts, Erikas Wichtel sucht Halt an ihren Waden.
Schließlich geschieht es. Elementargeister und Mako haben sich weit entfernt, da schließen die jungen Weiden die Rufer ein und pressen sie aneinander. Sie spüren etwas Großes nahen. Aus dem verrottenden Stumpf auf dem sie stehen wächst eine Macht, lässt sie Teil von sich werden, Holz, Borke, Blatt, reißt ihre Köpfe in die Höhe, breitet ihre Arme Ästen gleich aus, lässt ihre Füße im Grunde wurzeln. Eine gewaltige Weide ist zwischen ihnen, aus ihnen, in ihnen erstanden Mit aneinandergeschmiegten Wangen blicken Elfe und Frau einander über die Schultern, sehen das ferne Meer und den Berg Bel- Arad, die Gebäude der Magierakademie wie Spielzeug zu ihren Füßen, die gewaltige Schraubenwinde im nahen Tagbruch gerade ihre Hüften erreichend. Ihr Gesang verstummt. Leise flüstern die Weidenschösslinge zwischen ihren Zehen:
Salah ist da
und
Wissen offenbar
und
sechs die Zahl wahr
Vision erlischt und Wandlung endet. Schon ist Salah gegangen. Frau und Elfe sind zusammengesunken, sitzen einander zwischen schweigenden Weidenschösslingen gegenüber. Neben ihnen starrt der Wichtel verlegen auf die Reste des Anrufungskreises.
„Entschuldigt bitte.“ murmelt er: „Salah hieß mich euch hierher zu führen und hat mir verboten über ihn zu reden. Er wollte euch berühren und er ist sehr mächtig und ich konnte nicht nein sagen...“
„Wer ist Salah?“ fragt Erika. Leiras Verstand rast: „Er muss ein Elementarherr sein, ein Elementarherr, des Humus, oder des Holzes, oder der lebenden Materie an sich. Erinnerst du dich an den Scholaren, der einen Wicht rufen wollte und ein Elementarherr kam? Sie sind mächtig und handeln nach eigenem Willen. Wir haben lange und bis zur Erschöpfung gerufen und alle minderen Wesen sind vor ihm gewichen, und schließlich ist er zu uns getreten. Wir in Silur glauben, dass es vier Elemente gibt. Doch wie, wenn es statt dessen sechs sind, sechs die wahre Zahl ist? Feuer und Wasser, Luft und Fels, das Element Smoosteens, Humus, oder Leben, das Element Salahs und, ... als sechstes, ... Tod?“
Diese Geschichte entstand gemeinsam mit & auf Anregung von Franz. Ich habe sie hier & jetzt veröffentlicht, weil in ihr das Wesen Salah auftaucht, welches im Zusammenhang mit dem Garten der Anderswelt in der Myrapedia auftaucht und welches andeutet, dass Myra aus sechs Elementen besteht - Merhan